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Amateurfußball
07/24/2021

SCE und Mattersburg fangen ganz unten an

Am kommenden Wochenende beginnt in allen Ligen und Klassen die Meisterschaft. Die beiden letzten Saisonen wurden coronabedingt abgebrochen, das Vereinssterben ist dennoch ausgeblieben

von Thomas Orovits

Beim dritten Versuch klappt es hoffentlich. Nachdem der Amateurfußball in den beiden vergangenen Saisonen coronabedingt im Abseits stand und die Meisterschaft von der 2. Klasse bis zur Regionalliga nicht zu Ende gespielt werden konnte und ohne Meister und Absteiger endete, startet am kommenden Wochenende in allen Ligen und Klassen gleichzeitig der Meisterschaftsbetrieb fĂŒr die Saison 2021/2022.

Die Fußballvereine zwischen Kittsee und Minihof Liebau haben die Zwangspause ĂŒberraschend glimpflich ĂŒberstanden. Das ob fehlender Einnahmen aus Spiel- und Kantinenbetrieb befĂŒrchtete Massensterben kleiner Dorfklubs ist ausgeblieben. Nicht zuletzt deshalb, weil FunktionĂ€re und Spieler an einem Strang gezogen haben und fĂŒr die Zeit der Unterbrechungen keine PrĂ€mien oder SpesenersĂ€tze an die Kicker ausbezahlt wurden.

Dass in den vergangenen Wochen dennoch zwei Vereine – SC Frankenau und SV Sigleß – den Spielbetrieb eingestellt haben, liegt wohl nicht an Corona. Und, wie man im Umkreis des BurgenlĂ€ndischen Fußballverbands (BFV) hört, könnte zumindest beim SV Sigleß das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Der frĂŒhere Regionalligist, der zuletzt in der II. Liga Mitte beheimatet war, hat eine intakte Nachwuchsarbeit und könnte nach einer einjĂ€hrigen Pause wieder ins Spielgeschehen eingreifen.

Schon zurĂŒck ist der UFC SchĂŒtzen: Nach sechs Jahren Absenz beginnt der Verein wieder in der 2. Klasse Nord. Spielermangel sei nie das Problem gewesen, sagt der sportliche Leiter Gerhard Reinprecht. Und der FunktionĂ€rsmangel sollte bald endgĂŒltig behoben sein.

Große ganz unten

Ein besonderes Fernduell findet ab kommender Woche zwischen Eisenstadt und Mattersburg statt.

Denn wĂ€hrend man in der grĂŒn-weißen Fußballmetropole der vergangenen beiden Jahrzehnte nach dem Ende des SVM im Gefolge der Commerzialbank-Pleite erst heuer wieder ganz klein anfangen muss, versucht der Klub in der Hauptstadt seit 2018 wieder an die große Tradition des 2008 nach 101 Jahren in den Konkurs geschlitterten frĂŒheren Bundesligisten SC Eisenstadt anzuschließen.

In Mattersburg wurde gleich ein neuer Verein gegrĂŒndet, der MSV2020 spielt in der 2. Klasse Mitte und will in seiner ersten Saison gleich Meister werden, mittelfristig will man sich zumindest in der Landesliga etablieren.

Derzeit hat der MSV2020 370 zahlende Mitglieder und 120 Nachwuchsspieler und -spielerinnen.

Vorerst muss der neugegrĂŒndete Verein seine Heimspiele in der Fußballakademie am Rande von Mattersburg austragen, das Team um Neo-Vorstand Manfred Strodl will aber so rasch wie möglich ins Pappelstadion ĂŒbersiedeln. Die Stadt hat inzwischen um rund 500.000 Euro das Stadion aus der Konkursmasse des SVM erworben, genauer das SuperĂ€difikat (alles, was auf dem ohnehin der Stadt gehörenden Grund steht, von der TribĂŒne bis zum Flutlicht). Der MSV2020 strebt eine Einmietung an.

Der SC Eisenstadt trĂ€gt seine Heimspiele in der 2. Klasse Nord auf dem Fußballfeld der Leichtathletikarena aus. Das bleibe auch so, sagt Pressesprecher RenĂ© Mersol. Der Nachwuchs darf hier aber nicht spielen und tritt vorerst bei allen Spielen auswĂ€rts an.

Übrigens: Direkte Gegner könnten die Kampfmannschaften des SCE und des MSV2020 frĂŒhestens in der Landesliga werden.

Start der Meisterschaft


Am kommenden Wochenende (Freitag bis Sonntag) beginnt von der Regionalliga Ost bis hinunter zu den 2. Klassen wieder der Meisterschaftsbetrieb im Amateurfußball. In der RLO sind mit dem ASV Draßburg und SC Neusiedl nur noch zwei burgenlĂ€ndische Vertreter dabei, ein Negativrekord.

Obwohl es auch im Burgenland mit seinen 171 Gemeinden immer schwieriger wird, Spieler und FunktionĂ€re  zu gewinnen, starten heuer immerhin  152 Mannschaften in den Bewerb, vier davon sind 1b-Teams. Und in Pama gibt es mit dem UFC und dem SK (beide in der II. Liga Nord) sogar in einer kleinen Gemeinde zwei Klubs. Nicht ganz vergleichbar ist die Situation in Eisenstadt, wo es neben dem SCE auch im Stadtteil St. Georgen einen Verein gibt, aber der UFC St. Georgen sieht sich nicht als EisenstĂ€dter Verein

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