Chronik | Burgenland
22.09.2017

"Saftige Fusion": Firma Trummer übernimmt PIO Apfelsaft

Zu wenig Streuobst im Südburgenland für zwei Betriebe. PIO wird von Trummer übernommen.

Die Apfelsaftgenossenschaft PIO und die Firma Fruchtsäfte Trummer haben im Südburgenland bisher jeder für sich Obstsäfte produziert. Jetzt gehen die beiden eine "Kooperation" ein.

Die Obstverwertung hat rund 1300 Mitglieder, die ihre Äpfel jährlich in Pinkafeld abliefern. Rund 500.000 Liter Apfelsaft wurden in guten Jahren produziert. Die Firma Obstsäfte Trummer übernimmt nun bei der bisherigen "Konkurrenz" die Produktion und den Verkauf.

Zusammenarbeit

"Wir müssen in der Region enger zusammenarbeiten", erklärt PIO-Obmann Eduard Posch. Ein Grund sind die schwindenden Streuobstwiesen. "In den vergangenen 20 bis 30 Jahren sind die Bestände um rund 80 Prozent zurückgegangen", sagt Karl Trummer. Auch wirtschaftlich sei der Schritt für die Zusammenlegung nötig.

Mit 1. April 2018 wird die Obstverwertung dann komplett von der Firma Trummer übernommen, so der Firmenchef im KURIER-Gespräch. Der Standort in Pinkafeld sei gesichert. "Wir wollen die Obstannahme noch vereinfachen, jeder soll seine Früchte abliefern können. Zusätzlich zu den Äpfeln nehmen wir auch Quitten, Uhudlertrauben und Birnen an", sagt Trummer. Außerdem soll der "Paradiesladen" in Pinkafeld umgebaut werden und alle Produkte der Firma Trummer führen. Die Eröffnung ist im Mai 2018 geplant.

Produktion

Für Trummer verdoppelt sich die Produktion durch die Übernahme der Obstverwertung. In Pinkafeld werde die Saftproduktion auf längere Sicht eingestellt, produziert soll dann bei Trummer in Stegersbach werden. "Wir müssen unseren Standort dazu baulich adaptieren", sagt Trummer. 20 verschiedene Säfte werden dort hergestellt und abgefüllt. Beim Personal werde sich nicht viel ändern, meint Trummer. In der Hauptsaison beschäftigt er zwölf Mitarbeiter.

"Die Obstverwertung passt uns gut ins Konzept, wir können unser Einzugsgebiet erweitern und uns Rohstoffe sichern", sagt Trummer. Für die Genossenschaftsmitglieder werde sich kaum etwas ändern, meint der Saftproduzent. Für das Gebäude der Obstverwertung hat der Unternehmer ebenfalls schon Pläne.