Chronik | Burgenland
31.08.2017

Ragweed wird der Kampf angesagt

Problem für Allergiker und Bauern soll durch Monitoring und Versuchsflächen entschärft werden.

Ein Albtraum für Allergiker und Landwirte. Das Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) ist immer mehr im Vormarsch. Am Straßenrand und auf Feldern ist die Pflanze immer häufiger zu sehen. In Europa wurde die Pflanze erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Hamburg eingeschleppt. Die Pollen sind besonders aggressive Allergie-Auslöser. "Eine Pflanze produziert acht Milliarden Pollen, fünf bis zehn Pollen reichen aus um eine Allergie auszulösen", erklärt Hannes Schaffer, der mit seinem Ingenieurbüro Mecca-Consulting für Raum- und Landschaftsplanung am "Joint- Ambrosia-Action"-Monitoring-Projekt mitarbeitet.

Grenzgebiet

Das Land Burgenland hat gemeinsam mit Ungarn ein grenzüberschreitendes Projekt in Angriff genommen, um dem Unkraut beizukommen. "Wir haben das Grenzgebiet zwischen dem Burgenland und Ungarn überflogen, um aus der Luft größere Ragweed-Nester auszumachen", sagt Schaffer. 70 größere Ragweedansammlungen konnten entdeckt werden. Weiters werden mit dem Unkraut belastete Versuchsflächen von Studenten der Universität Mosonmagyarovar, der BOKU Wien und der Landwirtschaftskammer untersucht. "Es soll ein Meldesystem für Ragweed aufgebaut werden", erklärt Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ). Das Projekt läuft bis Ende 2019 und hat ein Budget von 822.445 Euro, das zu 85 Prozent von der EU finanziert wird. "In der Bevölkerung gibt es ein Informationsdefizit", meint Schaffer. Das Projekt soll auf die Probleme aufmerksam machen.

Bekämpfung

Ragweed gedeiht auf Weg- und Straßenrändern oder auch Bahndämmen, immer öfter wandert die Pflanze auch auf Ackerflächen. "Die Pflege von Feldwegen und Rainen ist eine der wichtigsten Maßnahmen für die Eindämmung der Ambrosia", erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger. Am besten werde die Pflanze ausgerissen, bevor sie blüht, doch sollte man sie nur mit Handschuhen berühren. Die Hauptblütezeit von Ragweed ist von Juli bis Oktober. Die Bekämpfung ist für die Landwirte aufwendig. "Bei Sonnenblume, Sojabohne, Rübe und dem Ölkürbis ist die Bekämpfung sehr schwierig", weiß Hautzinger.

Meldepflicht

Dem Ragweed sagt das pannonische Klima zu. Fast ein Drittel der österreichischen Bevölkerung sei allergisch auf die Pollen. In Ungarn gibt es eine Meldepflicht für die Pflanze und hohe Strafen, wenn das Unkraut nicht entfernt wird. Die Grünen fordern ebenso eine Melde- und Entfernungspflicht. "Leider kommt der Auftrag zu mehr Forschung relativ spät und echte Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung gibt es nicht," kritisiert Wolfgang Spitzmüller von den Grünen.