© Orovits Thomas

Chronik Burgenland
01/29/2022

Pläne zur Erweiterung des Landhauses in Eisenstadt

Auf dem Parkplatz zwischen Landhaus Alt und Gymnasium Kurzwiese könnte ein neuer Landtagssitzungssaal entstehen. Autos sollen unter die Erde verbannt werden

von Thomas Orovits

„Der seit Jahren als Parkplatz genutzte innerstädtische Raum vor der burgenländischen Landesregierung wird in mehreren Phasen zum urbanen Platz samt Tiefgarage und Grünflächen und in weiterer Folge zur Erweiterung der Landesregierung umstrukturiert“ – so steht es auf der Homepage des Architekturbüros Holodeck architects mit Standorten in Wien, Berlin und Breitenbrunn.

 

Für die geplante Neugestaltung des Landhausviertels in Eisenstadt erhielt das von Marlies Breuss und Michael Ogertschnig gegründete Büro den 1. Preis eines international geladenen städtebaulichen Wettbewerbs. So weit, so unmissverständlich: Zum Landhaus Alt aus den Jahren 1926 bis 1929 und dem westlich anschließenden Landhaus Neu (1973 bis 1977) soll offenbar ein Landhaus „Ganz Neu“ südlich des Altbaus kommen, auf dem vielreihigen Parkplatz zwischen AHS Kurzwiese und Landhaus.

Gefährdete Sichtachsen

Grünen-Landtagsmandatar Wolfgang Spitzmüller wollte schon vor Weihnachten Genaueres wissen und stellte LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) 33 Fragen zu den Hintergründen des Projekts. Doskozil sei nicht zuständig, hieß es in der vor wenigen Tagen eingelangten Antwort, sondern die zur Landesholding gehörende LIB.

Bei der LIB heißt es am Freitag auf KURIER-Anfrage, Entscheidungen gebe es noch keine. Man sammle derzeit Informationen, beim Wettbewerb handle es sich bloß um „Denkanstöße“. Mehr ist auch bei Holodeck architects nicht zu erfahren.

So weit bekannt, sollen die Autos der Landhaus-Bediensteten unter der Erde verschwinden, auf der Tiefgarage ist vor allem ein neuer, größerer Landtagssitzungssaal geplant. Zwar wurde der Sitzungssaal Anfang der 1990-er Jahre nach Plänen von Herwig Graf saniert und erweitert, aber Mandatare klagen über technische Unzulänglichkeiten. Und zuletzt wurde der Saal auch zu klein: Beim Untersuchungsausschuss zur Commerzialbank musste der Landtag ins Eisenstädter Kulturzentrum ausweichen und in der Corona-Hochphase tagte der Landtag wegen Platzmangels nur in halber Besetzung.

Das Bundesdenkmalamt wurde schon beigezogen, weil das Landhaus aus den späten 1920-er Jahren nach Plänen von Rudolf Perthen unter Denkmalschutz steht. In der Frage einer möglichen Anbindung des Neubaus an den Perthen-Bau kann sich Landeskonservator Peter Adam nur einen unterirdischen Verbindungsweg vorstellen. Am liebsten wäre dem Denkmalschützer freilich, wenn der Platz vor dem Landhaus überhaupt frei – von Autos und Verbauung – bliebe. Denn Schloss Esterhazy, Martinkaserne und das Landhaus Alt seien die Monumentalbauten der Landeshauptstadt. Für deren Wirkung sind freie Sichtachsen das Um und Auf.

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