Chronik | Burgenland
16.09.2018

Pionierarbeit für Hopfen und Malz

Patrick Krammer hat im Zickental eine Brauerei eröffnet und will die Bierkultur beleben

Große Ideen werden oft in Garagen geboren. Software-Firmen haben hier begonnen, ebenso wie Computerhersteller. Auch Patrick Krammer startete in der Garage in Heugraben, Bezirk Güssing, seine ersten Brauversuche. „Begonnen hat es als Hobby“, sagt Krammer. 2016 hat er seine sechs Hektoliter große Anlage in Betrieb genommen. „Das Zickentaler Ursprung war mein erstes Bier , ein helles untergäriges Bier, dann kam das Weizenbier“, sagt der ausgebildete Bier-Sommelier. Mittlerweile füllt er im Jahr 200 Hektoliter ab. Die Garage reicht nicht mehr, ein alter Stadel wurde renoviert und zur Brauerei. Aus dem Kuhstall wurde ein Gastraum für Präsentationen und Verkostungen.

Hopfen aus aller Welt, Braugerste aus dem Südburgenland und Wasser aus Heugraben sind die Zutaten. Die Rezepturen für die Zickentaler Bierspezialitäten hat der Braumeister im Kopf.

Produktpalette

Es gibt Dunkles, ein Doppelbock, ein Pale Ale und andere Kreationen. Craft Beer ist gerade in aller Munde, „zumindest in der Stadt oder bei den Jungen“, weiß Krammer. Denn in puncto Bierkultur seien die Burgenländer klassisch unterwegs. „Es gibt das Märzenbier und hin und wieder ein Weizen – die meisten sind eingefleischte Kommerzbiertrinker“, sagt der Bierbrauer, der Pionierarbeit in der Region leisten will. Eine Hommage ans Südburgenland hat er mit der „Schwarzen Isabella“ in Flaschen gefüllt. „Es ist ein Stout Bier, im Brauprozess habe ich Uhudlertee eingebunden und bei der Gärung Uhudlertraubensaft hinzugegeben“, sagt Krammer. Herausgekommen ist ein Schwarzbier mit Uhudlernote – „für unsere Region“.

Aus Heimatverbundenheit hat er sein Unternehmen in Heugraben aufgebaut. „Ich hätte überall hingehen können, aber es tut sich so wenig in der Region und mit meiner Brauerei will ich einen Beitrag leisten“, sagt Krammer. Beim Wein ist das Burgenland schon lange vorne dabei, meint Krammer, heimisches Bier sei aber rar.

Hauptberuflich ist der Südburgenländer Projektleiter bei einer Heizungs-, Klima- und Sanitärfirma in Wien. Seine Berufung ist aber das Bierbrauen. Für Interessierte bietet er Führungen durch die Brauerei und Bierverkostungen an. Verkauft werden seine Spezialitäten direkt in der Brauerei. „Wir haben auch Zapfanlagen für Vereinsfeste hier“, sagt Krammer. Von der 0,3-Liter-Flasche bis hin zum 50-Liter-Fass reicht die Palette. Derzeit reift das Bockbier in den Tanks der Brauerei. „Im November werden wir es anstechen“, sagt Krammer.

Neue Spezialkreationen hat der Brau-Experte ebenfalls schon. „Wir arbeiten an einem Kürbiskern-Bier“, verrät er. Auch baulich ist eine Vergrößerung in naher Zukunft geplant. Die Tanks sollen ausgebaut werden. „Wer braut, der baut“, sagt Krammer und nimmt zufrieden einen Schluck .