Pflegeheim Rudersdorf: Betreiberin weist Vorwürfe zum Teil zurück
„Die Aussagen von Landeshauptmann Doskozil im Zuge der Fragestunde im Landtag haben mich erschüttert und meine Mitarbeiter und die Bewohner meines Hauses enorm verunsichert“, reagiert die Rudersdorfer Pflegeheimbetreiberin Petra Wagner am Sonntag erstmals auf die Vorwürfe des Landes.
Wie berichtet, hat Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Donnerstag angekündigt, das Land werde die Tagsatzvereinbarung kündigen und die 17 Pflegebedürftigen woanders unterbringen.
Die frühere FPÖ-Nationalratsabgeordnete Wagner, so Doskozil, habe zuerst vergeblich versucht, ihr Pflegeheim ans Land zu verkaufen. Später habe sie eine Gesellschaft gegründet, in der sie Eigentümerin sei, und dieser Gesellschaft das Pflegeheim um zwei Millionen Euro verkauft, somit „als Privatperson einen Gewinn von rund 1,3 Millionen Euro erzielt“ - denn noch sei das Haus mit Verbindlichkeiten in Höhe von rund 600.000 Euro belastet. Dazu habe sich Wagner ein Geschäftsführergehalt von jährlich 190.000 Euro brutto (2024) ausbezahlt und einen Mercedes als Dienstwagen.
„Kein korrektes Bild“
Sie müsse davon ausgehen, so Wagner in ihrer schriftlichen Stellungnahme, „dass Doskozil zum Zeitpunkt seiner Aussagen kein korrektes Bild der Situation hatte. So ist es zum Beispiel nicht richtig, dass angeblich gegenüber einer Wohnbaugenossenschaft 600.000 Euro offen wären“.
Zu den weiteren Aussagen Doskozils „werde ich vorerst keine Stellungnahme abgeben, da ich davon überzeugt bin, dass im persönlichen Austausch mit Vertretern des Landes die Themen aufgeklärt und offensichtlich vorliegende Missverständnisse ausgeräumt werden können“, ergänzt Wagner.
Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin betreibt das Seniorenhaus seit 24 Jahren und das Land sei „vom ersten Tag an transparent über alle Vorgänge und Zahlen informiert worden“, betont Wagner. Monatlich würden „alle relevanten Daten an das Land gemeldet und von diesem freigegeben“. Sie habe sich immer „allen Vorgaben des Landes unterworfen und ausschließlich im Rahmen der Richtlinien des Landes gehandelt und gewirtschaftet“.
Bis jetzt sei sie ausschließlich über Medien informiert. Wagner: „Anders als behauptet, ist weder vor noch nach diesen Aussagen ein Vertreter des Landes mit mir dazu in Kontakt getreten“.
Kommentare