© Thomas Orovits

Chronik Burgenland
05/13/2012

Pflegefamilien gesucht: 7 muss eine Glückszahl sein

Können Kinder nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern bleiben, sind Pflegefamilien meist erste Wahl für den Neustart.

von Thomas Orovits

Mama, Mama", versucht die 10-jährige Janine auf sich aufmerksam zu machen, während  Edith Marlovits gerade das drei Monate alte Nesthäckchen füttert und dabei  von der bald zweijährigen Kathlyn allzu heftig umarmt wird. Patricia, die im kommenden Herbst ihre Ausbildung zur Kindergartenpädagogin beginnt, versucht der Mutter buchstäblich den Rücken frei zu halten: Im Einfamilienhaus am Rande einer Neubausiedlung in Zillingtal ist immer was los.

Kein Wunder, denn Edith Marlovits und ihr Mann Harald, der  sein Brot als Notfallsanitäter in Wien verdient,  sind seit zehn Jahren Pflegeeltern. Neben den drei leiblichen Kindern Viktoria, Maximilian und Konstantin leben derzeit vier Pflegekinder im gemeinsamen Haushalt – Janine und Patricia auf Dauer  und die beiden Kleinen im Rahmen der "Krisenpflege" nur vorübergehend. 

Pool

Familien wie die Marlovits" sucht das Land, denn die Zahl zerrütteter Familien steigt. Ende 2011 waren 93 burgenländische Kinder in Pflegefamilien und 232 in den 23 sozialpädagogischen oder sozialtherapeutischen Einrichtungen des Landes untergebracht.  

Meist sind Gewalt oder Vernachlässigung Auslöser, wenn Kinder aus der Familie genommen werden. Bringt ambulante Hilfe keine Besserung, verfügt die Jugendwohlfahrt bei der Bezirkshauptmannschaft die Abnahme des Kindes. "Das ist der letzte Schritt", versichert Elvira Waniek-Kain, Hauptreferatsleiterin im Amt der Landesregierung. Stimmen die leiblichen Eltern nicht zu, muss das Bezirksgericht entscheiden.

Ende 2011 gab es burgenlandweit 116 Pflegefamilien. Um den Pool zu erweitern, startet im Herbst der nächste Pflegeelternkurs (Info-Kasten links), den das Land mit 6500 Euro finanziert, erklärte Soziallandesrat Peter Rezar, SPÖ.

Gleichgestellt

 Gleichgestellt Unterschiede zwischen eigenen und zur Pflege anvertrauten Kindern mache sie nicht, sagt Marlovits und auch Patricia versichert, sie fühle sich "gleichgestellt".  Und natürlich sage sie "Mama" zu ihrer Pflegemutter, ebenso wie zu ihrer leiblichen Mutter, zu der die 14-Jährige  weiter Kontakt hält. Ob Edith Marlovits das Leben mit sieben Kindern nicht manchmal zu viel wird? "Nein, früher wäre ich am liebsten eine Bäuerin mit zehn Kindern geworden".

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