Mehr als ein Motto, mehr als ein Halstuch

Pfadfinder Mattersburg
Nur mehr vier Pfadfindergruppen gibt es heute im Burgenland. Eine von ihnen feiert heuer ihr 95-jähriges Bestehen.

Zusammenfassung

  • Die Pfadfindergruppe Mattersburg ist eine von nur vier aktiven Gruppen im Burgenland und feiert heuer ihr 95-jähriges Bestehen.
  • Neben bekannten Aktionen wie dem Friedenslicht engagieren sich die Pfadfinder regelmäßig bei Veranstaltungen und bieten wöchentliche Treffen für verschiedene Altersgruppen an.
  • Die Gruppe wächst stetig, zählt heute über 70 Mitglieder und wird von mehr als 50 Freiwilligen unterstützt.

Die Kinder tragen Wanderschuhe, ihre großen Rucksäcke sind gefüllt mit Proviant und um ihre Hälse baumeln gestreifte Halstücher. 
Am Halstuch steckt eine kleine Lilie – ihr Zeichen. Sie steht für Orientierung. „Allzeit bereit“ ist ihr Motto, ihr Leitsatz. Sie sind die Pfadfinder aus Mattersburg.

Was hier selbstverständlich wirkt, ist es im Burgenland längst nicht mehr. Die Pfadfindergruppe Mattersburg ist eine von nur mehr vier aktiven Gruppen im gesamten Bundesland. Die anderen sind in Eisenstadt, Neusiedl am See und Oberpullendorf zu Hause. 

Gegründet wurde die Gruppe Mattersburg im Jahr 1931 und zählt damit zu den ältesten Pfadfindergruppen Österreichs. Heuer blickt sie auf 95 Jahre zurück. Große Feierlichkeiten sind damit allerdings noch nicht verbunden. „In fünf Jahren feiern wir groß. Da feiern wir dann ein ganzes Jahrhundert“, so Thomas Haffer, Präsident der burgenländischen Pfadfinder.

Pfadfinder in Aktion

Mehr als nur das Friedenslicht

„Damit es uns in weiteren 100 Jahren noch gibt, ist uns die Sichtbarkeit nach außen besonders wichtig“, sagt  Haffer. Das Friedenslicht ist dabei nur eine, aber wohl die bekannteste sichtbarste Arbeit der Pfadfinder.  Jedes Jahr holen Pfadis aus ganz Österreich das bekannte Licht aus  Bethlehem und bringen es nach Österreich. Dann wird es im ganzen Land verteilt.“

In der Stadt Mattersburg zeigt sich dieses Engagement auch abseits großer Aktionen, wie die des Friedenslichts. Die Pfadfinder beteiligen sich an kirchlichen Veranstaltungen, organisieren eigene Feste, Frühschoppen und einen Pfadfinderball – einer von nur mehr drei Bällen, die es in Mattersburg noch gibt.

Abenteuer erleben

Abseits dieser öffentlichen Veranstaltungen spielt sich der Großteil der Pfadfinderarbeit im kleinen Rahmen ab. Zweimal wöchentlich treffen sich die Biber, Wichtel, Wölfe, Guides, Späher, Caravelles, Explorer, Ranger und Rover (so heißen die unterschiedlichen Altersgruppen) zu Heimstunden. Dort lernen die Kinder und Jugendlichen grundlegende Fertigkeiten – etwa den Umgang mit Werkzeugen, Orientierung im Gelände oder das Lesen von Spuren. „Für mich war das immer ein Highlight“, sagt Haffer. „Herumstrawanzen, Lagerfeuer und gemeinsam etwas bauen. Zeit mit meinen Freunden verbringen und einfach Abenteuer erleben. Ich habe mich dort immer frei gefühlt – daran denke ich oft und gern zurück.“   

Thomas Haffer, Präsident der burgenländischen Pfadfinder

Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder

Dass dieses Angebot angenommen wird, und auch in heutigen Zeiten noch beliebt ist, zeigt sich auch an der Entwicklung der Gruppe. Als Haffer bei den Pfadfindern in Mattersburg begann, bestand die Gruppe aus einer „Handvoll“ Kindern und Leitern. Heute nehmen mehr als 70 Pfadis regelmäßig an den Aktivitäten teil, unterstützt von über 50 Leitern, Helfern und Freiwilligen. Viele von ihnen sind von Kindheit an Pfadfinder.

„Es ist Teil unserer DNA. Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder“, so Haffer. Der andere Teil der Freiwilligen besteht aus Quereinsteigern, engagierten Eltern, Onkeln, Tanten. „Dank ihnen funktionieren wir!“ 

95 Jahre nach der Gründung blickt die Pfadfindergruppe Mattersburg auf eine lange Geschichte zurück. Für Thomas Haffer ist sie eng mit seiner eigenen verbunden. Spurenlesen, Lagerfeuer, Abenteuer und bunte Halstücher. Biber, Wichtel, Explorer und Ranger. Vieles davon begleitet ihn bis heute – ebenso wie ein Leitsatz, nach dem Haffer lebt: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.“ 

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