Neues von Martina Parker: 'Anbandelt' dreht sich um reifere Heldinnen
Der Erfolg hat Martina Parkers Alltag verändert. Bis vor wenigen Jahren konnte sie sich frei aussuchen, wann sie schrieb. Heute muss sie ihre „Schreibzeit mit Zähnen und Klauen verteidigen. Am besten schreibe ich gleich in der Früh“, erzählt die südburgenländische Bestsellerautorin mit einem Lachen dem KURIER.
Während Parkers neuer Roman in die Buchhandlungen geliefert wird, befindet sich sein Nachfolgewerk bereits im Lektorat. Parallel dazu müssen Termine für Buchpräsentationen, Lesereisen und „Krimi-Dinner“ vorbereitet werden – und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Parkers To-do-Liste. „Es passieren so viele Sachen gleichzeitig“, sagt Parker. Sie sei aber auch „demütig und happy über das Rieseninteresse. Mit jedem Buch wird‘s ärger“.
Film war ein Riesenerfolg
Die Verfilmung ihres Debütromans „Zuagroast“ hat Parkers Bekanntheit noch einmal auf ein neues Level gehoben. Der Streifen mit Manuel Rubey und Hilde Dalik in den Hauptrollen brach auf der Streamingplattform „Joyn“ alle Rekorde. Film Nummer zwei dürfte nicht lange auf sich warten lassen.
Doch zunächst ist ein neues Buch an der Reihe. Heute erscheint „Anbandelt“, der bereits sechste Teil von Martina Parkers Gartenkrimiserie. Im Fokus der Handlung stehen dieses Mal die reiferen Damen aus Parkers schrägem „Klub der grünen Daumen“.
„In klassischen Krimis sind die Leute immer zwischen 20 und 40. Für mich war es aber spannend, ältere Figuren zu beleuchten“, erläutert die Autorin die gegen „Ageism“ (Altersdiskriminierung, Anm.) gerichtete Botschaft, die in ihrem neuen Werk steckt.
Reale Orte und Ereignisse dienten Martina Parker wieder als Inspiration: So zettelt ihre „Oma Hilda“ beispielsweise eine Protestaktion zur Rettung des örtlichen Supermarkts an. Das erinnert nicht zufällig an die „Rollator-Demo“ in Oberwart, bei der im Jahr 2023 Senioren gegen die Schließung einer Billa-Filiale protestierten.
Die mysteriöse Vergangenheit der neuen Protagonistin Grete führt in eine zwielichtige Kommune der 1970er-Jahre – und weckt Erinnerungen an Otto Muehl und den Friedrichshof im Nordburgenland.
Kuriose Osterbräuche
Martina Parkers neuer Kriminalfall spielt sich zur Osterzeit ab – wie immer stellte die Autorin umfangreiche Recherchen an Originalschauplätzen an. Parker: „Ich habe zum Beispiel recherchiert, wie lange ein Osterfeuer nachglüht, weil das für die Handlung wichtig war“.
Auch die Fleischweihe am Karsamstag fand ihren Weg in das Buch – dabei segnet der Pfarrer Körbe voller Fleischerzeugnisse vor dem Altar: „In manchen Orten gibt es einen innerdörflichen Wettstreit darum, wer das größte Körberl hat“, weiß die Südburgenländerin zu berichten.
Martina Parker:
„Anbandelt“
Gmeiner Verlag.
480 Seiten.
21 Euro
Dass „Anbandelt“ wieder ein Bestseller wird, steht aufgrund der Vorverkaufszahlen jetzt schon fest. Nach ihrem Erfolgsrezept gefragt, sagt Parker: „Wenn du die Serie schon kennst, dann triffst du bei einem neuen Teil lauter alte Bekannte – mir geht es ja auch so“.
Die Drehorte von "Zuagroast" zum Selbstentdecken
Der Landessüden ist um zehn Sehenswürdigkeiten reicher. Gemeint sind zehn Orte, an denen Szenen von Martina Parkers Romanverfilmung „Zuagroast“ gedreht wurden.
An diesen zehn ausgewählten Plätzen wurden neue Infotafeln angebracht. Scannt man die darauf abgebildeten QR-Codes, offenbaren sich Fotos und Anekdoten vom Filmset – und in einem Fall sogar eine unveröffentlichte Szene (beim Friedhof Dürnbach).
Und das sind die zehn „magischen“ Orte:
- Das Großschädl-Haus: Bergenstraße 43, Buchschachen
- Johannas Hofladen: Arkadenweg 4, Buchschachen
- Polizei-Inspektion: Rathaus Pinkafeld (Hauptplatz 1)
- Avita Therme, Bad Tatzmannsdorf
- Burg Bernstein
- Toms Bar: Grenzlandstraße 88, Eisenberg
- Friedhof Dürnbach (Wallfahrtskirche Dürnbach)
- Haus von Vera und Letta: Oberwarter Straße 16, St. Martin in der Wart
- Kellerstöckl: Querstraße Grenzweg, Eisenberg
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