Chronik | Burgenland
23.06.2018

Pannonien zieht die Unternehmen an

Wirtschaftsboom: Millioneninvestitionen rund um Outletcenter in Parndorf und bei Waldquelle in Kobersdorf

Die Betriebe schießen im Burgenland buchstäblich wie die Schwammerl aus dem Boden. Erst Anfang dieser Woche wurden Pläne für die Errichtung eines Logistikzentrums der Möbelhausgruppe XXXLutz in Zurndorf (Bezirk Neusiedl am See) bekannt. Am Donnerstag erfolgte der nächste Spatenstich: Nur wenige Kilometer entfernt, in Parndorf, soll ein weiteres Logistik-Lager entstehen. Das Investitionsvolumen: 2,7 Millionen Euro.

3000 Quadratmeter groß soll die neue Betriebsanlage sein, wenn sie Ende des Jahres fertiggestellt wird. Das Gebäude werde den Geschäften des Outlet-Centers als Zwischenlager dienen, zudem soll hier der Bohmann-Verlag unterkommen. Bürgermeister Wolfgang Kovacs zeigt sich erfreut ob des Investors, der selbst aus Parndorf kommt: Das Projekt geht von einer Unternehmergruppe rund um den burgenländischen Fußballpräsidenten Gerhard Milletich aus.

Kunden aus China

Knapp sechs Millionen Kunden haben das McArthur Glen Designer Outlet im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 besucht. Der internationale Branchenmix finde nicht nur bei Kunden aus Österreich Anklang: „Der Tourismus hat sich hier in den vergangenen Jahren stark entwickelt“, erklärt Centermanager Mario Schwann. Vor allem bei den Gästen aus China gebe es ein Plus von 35 Prozent, etwa ebenso viel Zuwachs gebe es bei den Kunden aus Russland, gefolgt von Gästen aus Korea (plus 17,4 %).

150 Millionen Euro wurden in den bislang letzten Bauphasen in das Center investiert. Im Vorjahr wurde die fünfte Ausbauphase des McArthur Glen abgeschlossen, und bietet nun 36.500 m² Verkaufsfläche. Ein neuerliches Erweiterungsprojekt sei eine Möglichkeit für die Zukunft – derzeit bestünden aber „keine definitiven Pläne.“

Für die rund 5000-Einwohner- Gemeinde Parndorf bedeutet das Wirtschaftswachstum zusätzliche Arbeitsplätze und auch Zuzug. Während viele andere Gemeinden im Burgenland mit der Abwanderung kämpfen, ist Parndorf damit beschäftigt, die nötige Infrastruktur für neu Bewohner bereitzustellen.

Aber nicht nur die Wirtschaft im Landesnorden boomt. Auch beim Mineralwassererzeuger Waldquelle im mittelburgenländischen Kobersdorf wird investiert – und zwar sechs Millionen Euro. Geplant sind laut Geschäftsführerin Monika Fiala die Erneuerung der Betriebsanlagen sowie die Erschließung einer neuen Quelle. In Kobersdorf werden pro Jahr 170 bis 180 Millionen Liter abgefüllt.

Als Erfolgsbeispiel im Südburgenland nennt der Geschäftsführer der Wirtschaft Burgenland (WiBuG), Harald Zagiczek, die Ansiedelung eines Sägewerks der Wibeba GmbH im Businesspark Heiligenkreuz. „Im Vorjahr hatten wir Betriebsansiedelungen mit einem Investitionsvolumen von 190 Millionen Euro. Damit geht auch die Schaffung von rund 1000 neuen Arbeitsplätzen einher“, erklärt der WiBuG-Geschäftsführer.

Er sieht ein weiteres Anhalten des Wirtschaftsbooms im Burgenland. „Wir müssen Gas geben, denn 2020 läuft die EU-Förderperiode aus.“ Als eine von rund 50 Übergangsregionen erhält das Burgenland von der EU zwischen 2014 und 2020 rund 72 Millionen an Fördergeld. Wie viel Geld es ab 2021 aus Brüssel gibt, ist noch Gegenstand von Verhandlungen.

Doch was macht das Burgenland für Unternehmen noch attraktiv? „Wir bieten hochrangige Flächen, eine gut aufgeschlossene Infrastruktur sowie einerseits die Nähe zum Markt im Osten und andererseits die gute Anbindung nach Wien“, erklärt Zagiczek. Dass das Burgenland ob seiner vergleichsweise niedrigen Mieten und Grundstückspreise ein begehrtes Pflaster sei, wird von Immobilienexperten immer wieder betont. Weitere Betriebsansiedlungen sind geplant: „Wir haben vor allem in Kittsee und Parndorf noch einige heiße Eisen im Feuer“, gibt sich Zagiczek kryptisch.