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Chronik Burgenland
03/24/2019

Ostösterreich: Dieser Winter war viel zu trocken

Geringe Niederschläge im Osten könnten heuer „gravierende Auswirkungen“ auf so manchen Wasserversorger haben.

von Michael Pekovics

„Auf die Winterfeuchte können wir jetzt nur mehr hoffen, da kommt nicht mehr viel“, sagt Christian Portschy, Geschäftsführer des Wasserverbandes Südliches Burgenland. Während Westösterreich mit Rekordniederschlägen zu kämpfen hatte, fällt die Niederschlagsbilanz des heurigen Winters laut Portschy „ernüchternd“ aus: „Was von oben nicht nachkommt, kann unten nicht rauskommen. Das wird im Lauf des Jahres noch Auswirkungen haben.“

Bei Wasserversorgern, die hauptsächlich von oberflächennahen Spendern, also Quellen und seichten Brunnen im ersten Grundwasserhorizont, abhängig sind, könnten diese sogar „gravierend“ sein.

Früh einsetzende Vegetation verschärft die Situation

Im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Südliches Burgenland mit mehr als 50.000 Menschen sieht Portschy allerdings kein Problem: „Wir sind gerüstet.“ Auch wenn die Situation durch die früh einsetzende Vegetation verschärft wird. Etwa am Geschriebenstein, wo die Bäume das Wasser aufsaugen, bevor dieses zu den Quellen gelangen kann. Anhaltende Regenfälle würden kurzfristig übrigens nicht helfen. Denn der Boden könne das Wasser nicht aufnehmen, das würde nur Schaden anrichten, sagt Portschy, der einen weiteren Faktor ins Treffen führt: Pools.

Ähnlich wie im Vorjahr rechnet er auch heuer damit, dass „viele bereits Anfang oder Mitte April befüllt werden.“ Alles Herausforderungen, denen sich die Wasserversorger stellen müssen, meint der Experte aus dem Südburgenland: „Egal, wer dafür verantwortlich ist – der Klimawandel ist da und wir müssen uns darauf einstellen. Wofür wir das Wasser verwenden, das ist eine andere Geschichte.“

Steigender Wasserverbrauch im Nordburgenland

Im Nordburgenland fällt die Niederschlagsbilanz des heurigen Winters zwar etwas besser aus. Dafür ist der Verbrauch im Vergleich zum Süden aufgrund der dynamischen Entwicklung der Region viel höher. Pro Jahr schließt der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland bis zu tausend Haushalte neu ans Versorgungsnetz an, dementsprechend rasant entwickelt sich der Verbrauch, nicht nur bei den Privathaushalten.

Die abgenommene Wassermenge der größten 28 Betriebe mit einem Jahresverbrauch von über 20.000 Kubikmeter hat sich von 2006 auf 2018 beinahe verdoppelt – auf fast zwei Millionen Kubikmeter pro Jahr.

Große Investitionen

Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht, sagt Obmann Gerhard Zapfl: „Die Verbrauchsmengen werden weiter steigen, aber durch die gute wirtschaftliche Entwicklung profitieren die Arbeitnehmer in der Region.“ Sein Verband investiert jährlich bis zu 18 Millionen Euro in die Infrastruktur, sichert damit sowohl die Versorgung als auch viele Jobs in der Region und „leistet einen Beitrag für die dynamische Entwicklung der Region Nordburgenland“, betont Zapfl.