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Horitschon: Blaufränkisch soll internationale Marke werden

Mit einer eigenen Flasche und einem weltweiten Aktionstag will der Weinbauverein sich stärker am internationalen Markt präsentieren.
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Zusammenfassung

  • Der Weinbauverein startet eine Offensive für den Blaufränkisch mit einer eigenen Flasche und einem internationalen Aktionstag, um die Rebsorte weltweit sichtbarer zu machen.
  • Blaufränkisch gilt als Kulturgut des Burgenlands und soll durch die Initiative als Marke für Herkunft, Qualität und regionale Identität gestärkt werden.
  • Das traditionelle Rotweinopening in Horitschon unterstreicht die Bedeutung des Blaufränkisch, der künftig auch international stärker positioniert werden soll.

Es geht um mehr als Wein. Es geht um Herkunft, Wiedererkennung und ein Stück burgenländische Identität. Der Weinbauverein will dem Blaufränkisch künftig mehr internationale Sichtbarkeit geben. Hauptinitiatorin ist Eva-Maria Iby , Obfrau des Weinbauvereins Horitschon. Ihr Ziel: ein internationaler Blaufränkischtag, der im Burgenland seinen Ausgang nimmt und die wichtigsten roten Herkunftsorte des Landes weltweit stärker ins Bewusstsein rückt.

Unterstützung dafür soll es von Robert Hergovich und vom Land geben. Hergovich ist im Land nicht nur Regierungskoordinator, sondern auch auf europäischer Ebene mit Weinregionen befasst. Der geplante Blaufränkischtag soll Wein, Herkunft, Kultur und Tourismus verbinden. Im ersten Schritt soll das Projekt im Burgenland etabliert werden, langfristig aber auch internationale Weinregionen einbinden, in denen Blaufränkisch unter Namen wie Kékfrankos, Lemberger oder Frankovka bekannt ist.

Kulturgut

Der Grund für die Initiative liegt auf der Hand: Kaum eine Rebsorte ist so eng mit dem Burgenland verbunden wie der Blaufränkisch. Rund 94 Prozent der österreichischen Blaufränkisch-Fläche liegen im Burgenland. Besonders prägend ist die Sorte im Mittelburgenland, das nicht zufällig als Blaufränkischland vermarktet wird. Aber auch Leithaberg, Rosalia und Eisenberg stehen für eigenständige Blaufränkisch-Stile. 

Für Iby ist Blaufränkisch nicht nur eine Rebsorte, sondern ein Kulturgut. Die Vollblut-Winzerin beschreibt ihn als fruchtig, würzig und unverkennbar: Weichsel, Sauerkirsche, Herzkirsche, Brombeere, Johannisbeere, dazu Mineralität und Würze. „Blaufränkisch ist wie ein klassisches Klavierkonzert am Gaumen“, lautet eine ihrer Formulierungen.

Eigene Flasche

Parallel dazu soll eine zweite Idee vorangetrieben werden: die Wiedereinführung einer eigenen Blaufränkischflasche. Derzeit werden große Blaufränkisch-Weine meist in Burgunder- oder Bordeauxflaschen gefüllt. Das soll sich ändern. Inspiriert von der historischen 0,7-Liter-Blaufränkischflasche der 1980er-Jahre ist eine moderne 0,75-Liter-Flasche geplant – als sichtbares Zeichen für Herkunft, Qualität und Wiedererkennbarkeit.

Eine solche Flasche könnte, so die Idee, langfristig für den Blaufränkisch werden, was die Burgunderflasche für Pinot Noir oder die Bordeauxflasche für Cabernet und Merlot ist: ein klares Symbol einer eigenen Weinwelt. Denkbar wäre auch eine hochwertige, dezente Einbindung des Burgenland-Logos , etwa am Flaschenboden oder an der Schulter.

Rotweinopening

Wie stark der Blaufränkisch im Mittelburgenland verankert ist, zeigt sich auch beim traditionellen Rotweinopening in Horitschon. Am 23. und 24. Mai öffnen die teilnehmenden Winzerinnen und Winzer wieder ihre Kellertüren. Besucher können aktuelle Jahrgänge verkosten, mit den Betrieben ins Gespräch kommen und Weine direkt in der Kelleratmosphäre erleben.

Für Horitschon ist das Rotweinopening längst mehr als eine Verkostung. Es ist ein Schaufenster für jene Sorte, die die Region wirtschaftlich, kulturell und touristisch prägt. Die neue Initiative soll genau daran anschließen: Der Blaufränkisch soll nicht nur getrunken, sondern stärker als Marke des Burgenlands verstanden werden – zuerst daheim, dann international.

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