Türkis soll die ÖVP beflügeln

© Bild: Orovits Thomas

Als erste Landespartei mit Kurz-Farbe; Steiner oder Wolf als Spitzenkandidat

Die Volkspartei Burgenland gehört zwar nicht zu den mächtigsten VP-Landesorganisationen, aber zu den treuesten Fans von ÖVP-Chef und Bundeskanzler Sebastian Kurz. Schon im Herbst 2016 – da stand noch Reinhold Mitterlehner an der Spitze der Bundespartei – hatte ÖVP-Landeschef Thomas Steiner als einer der ersten führenden Funktionäre via KURIER seine Präferenz für Kurz kundgetan; die Aufregung in der ÖVP war groß, das Ergebnis ist bekannt.

Jetzt möchten die Pannonier wieder Speerspitze sein und übernehmen als erste Landesorganisation zur Gänze die von Kurz etablierte Parteifarbe. Türkis löst Gelb als Kampagnenfarbe ab, verkündeten Steiner und Landesgeschäftsführer Christoph Wolf am Mittwoch. „Wir haben uns in Anlehnung an die Bundespartei für Türkis entschieden “. Die Kosten für den Umstieg wurden nicht genannt, seien aber „überschaubar“. Man wolle Türkis ab sofort von der Landespartei abwärts bis in die Ortsparteien etablieren, was „eine wirklich große Umfärbeaktion“ darstelle. Die Ortsparteien seien autonom, aber Steiner geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit den Farbwechsel mitmacht.

Sind die Burgenländer damit weniger selbstbewusst als Schwesterparteien anderer Bundesländer, die weiter auf eigene Farben setzen, wollte der KURIER wissen. Das könne man nur so sehen, wenn man „böswillig“ sei, konterte Steiner. Ganz im Gegenteil sieht er Burgenlands ÖVP als Avantgarde: Er wünsche sich, dass „die gesamte Volkspartei in Österreich ähnlich auftreten würde, vielleicht kommt das auch in Zukunft.“ Die Bundesparteizentrale überlasse diese Entscheidung den Ländern, sagte gestern ein Sprecher. Vonseiten der Bundes-ÖVP gebe es keine Umfärbe-Bestrebungen.

Türkis habe in Österreich „einiges bewirkt“ und stehe für Veränderung, die man auch im Burgenland benötige, spannte der ÖVP-Landeschef den Bogen zur Landtagswahl 2020 und zum designierten roten Spitzenkandidaten Hans Peter Doskozil, der als SPÖ-Frontmann bei der Nationalratswahl 2017 das „schlechteste Ergebnis seit 1945“ eingefahren habe.

Wer Doskozil 2020 herausfordert, steht offiziell noch nicht fest, aber in der Landes-ÖVP gehen die allermeisten davon aus, dass Steiner nach seinem fulminanten Wahlsieg bei der Bürgermeisterwahl in Eisenstadt gesetzt ist. Ambitionen soll auch Wolf haben, für den sich auch eine Wahlkampfstory anböte: Zuerst hat er mit Hornstein die Heimatgemeinde des früheren roten Landeshauptmanns Karl Stix erobert und jetzt das Land ...

( kurier.at , thor ) Erstellt am 26.04.2018