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Chronik Burgenland
01/08/2019

Ölkessel: Geld fürs Wechseln

Land unterstützt den Umstieg von Öl auf alternative Heizform mit bis zu 4775 Euro.

von Michael Pekovics

Ab 2020 sind im Burgenland Öl- und Kohleheizungen im Neubau verboten. Die Gesetzesnovelle dazu soll noch im ersten Halbjahr 2019 beschlossen werden. Ab sofort setzt das Land eine weitere Maßnahme für mehr Klima- und Umweltschutz: Der Wechsel von Ölheizungen zu Heizsystemen mit alternativen Energieträgern wird mit bis zu 4775 Euro gefördert.

Der Status quo

Wie viele Ölheizungen es im Burgenland derzeit konkret gibt, lässt sich nicht sagen. Die jüngsten Daten der Statistik Austria stammen von Erhebungen aus den Jahren 2015/16. Sie weisen knapp 17.600 Heizsysteme aus, die mit „Heizöl, Flüssiggas“, also flüssigen fossilen Energieträgern, betrieben werden. Der Großteil davon dürften Ölheizungen sein. Zum Vergleich: 2003/04 wurden noch rund 27.200 Heizsysteme mit Öl oder Flüssiggas betrieben. Die langfristige Tendenz zeigt also nach unten. Umso auffälliger ist der Anstieg dieser fossilen Heizsysteme von 2013/14 auf 2015/16 um mehr als 2500 Stück auf 17.600 . Österreichweit gesehen beträgt der Anteil der Öl geheizten Haushalte 16,1 Prozent, 2003 lag dieser Wert bei 26 Prozent.

Grundsätzlich ist das Burgenland, was die Verwendung erneuerbarer Energie betrifft, im österreichischen Spitzenfeld zu finden. Rund 50 Prozent der Raumwärme werden über Bioenergie produziert. Dieser Anteil soll weiter steigen. „Mit dieser Sonderförderaktion wollen wir einen Impuls für den Umstieg auf alternative Heizsysteme setzen und Anreize zum Energiesparen schaffen“, sagt Niessl. Ziel sei, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben und eine Reduktion der Treibhausgase zu erreichen. Für Eisenkopf läutet die Förderaktion den burgenländischen Vorsitz der Klimaschutzreferentenkonferenz der Bundesländer ein. „Das Aus für Ölheizungen im Neubau ist wichtig, aber wir müssen mehr Anreize schaffen, damit der Ölausstieg schneller gelingt“, sagt die Landesrätin.

Gut informierte Bürger

Bei der Wohnbauförderung ortet man laut Referatsleiterin Claudia Pingitzer steigendes Interesse: „Vor allem bei Ölheizungen und Fotovoltaikanlagen. Auffallend ist, dass die Bürger bereits vorab sehr gut informiert sind und nur mehr Details erfragen.“ Am häufigsten und oft auch am besten sei der Umstieg von Öl auf Wärmepumpe in Kombination mit Fotovoltaik- (Stromerzeugung) oder Solar-Anlagen (Wärmeerzeugung). Der Kauf eines neuen und effizienteren Ölkessels sei langfristig die falsche Entscheidung: „Die Preise werden weiter steigen.“

Konkret gefördert wird der Tausch eines Ölkessels auf ein alternatives Heizungssystem in einem Ein- oder Zweifamilienhaus beziehungsweise in einem Reihenhaus im Eigentum bis zu maximal 3000 Euro. Ein Bonus von 400 Euro ist möglich, wenn zusätzlich eine Fotovoltaik- oder Solaranlage eingebaut wird. Für die Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage kann aufgrund geltender Richtlinien eine zusätzliche Förderung von bis zu 1375 Euro lukriert werden, womit sich die mögliche Gesamtförderhöhe auf 4.775 Euro erhöht.

Die Sonderförderaktion läuft ab sofort bis 15. Mai, 400.000 Euro stehen zur Verfügung. Zusätzliche Förderungen beim Heizungstausch können auch bei der Energie Burgenland beantragt werden.