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Öffis im Burgenland: Nicht alles muss sich rechnen

Öffentlicher Verkehr im Burgenland muss keinen Gewinn machen, aber Sinn erfüllen. Kontrolle bleibt entscheidend.
Michael Pekovics
Ein Bus mit Werbung für das Burgenland fährt durch eine ländliche Gegend.

Öffentlicher Verkehr im geografisch lang gezogenen Burgenland ist kein Geschäft wie jedes andere. Das System mit den Hauptlinien und Zubringerbussen der Verkehrsbetriebe – verstärkt durch das burgenländische Anrufsammeltaxi Bast – wird niemals schwarze Zahlen schreiben. Aber die Öffis sorgen dafür, dass ältere Menschen zum Arzt kommen, Jugendliche zur Lehrstelle, Pendler zum Bahnhof und Familien ohne Zweitauto durch den Alltag.

Darum ist es zu einfach, Verkehrsbetriebe nur mit der Frage zu bewerten, ob sie Gewinn machen oder wie groß die Auslastung ist. Würde man so rechnen, müsste man vieles im ländlichen Raum zusperren: Schulen, Schwimmbäder, Behörden. Ein – wenn auch kleines, aber weit verzweigtes – Flächenbundesland mit Hunderten Ortsteilen und Streusiedlungen wie das Burgenland braucht Infrastruktur gerade dort, wo sie sich betriebswirtschaftlich nicht von selbst trägt.

Nicht Gewinn, sondern Sinn

Trotzdem darf der Hinweis auf Daseinsvorsorge kein Freibrief sein. Wenn öffentliche Steuermillionen ausgegeben werden, muss klar sein, wohin sie fließen. Welche Linien werden gebraucht? Welche fahren fast leer? Welche Angebote bringen Menschen tatsächlich vom Auto weg – und welche klingen nur auf dem Papier gut? Die FPÖ macht die Verkehrsbetriebe immer wieder zu einem Thema und kritisiert die „leeren Geisterbusse“. Jetzt wird auf den Bericht des Landesrechnungshofes zu den Verkehrsbetrieben gewartet. Man hofft auf neue Munition, gesteht aber auch zu, dass „öffentlicher Verkehr kein Gewinnbringer ist“, formulierte FPÖ-Klubchef Christian Ries.

Das ist legitim. Kontrolle ist kein Angriff auf den öffentlichen Verkehr, sondern eine Voraussetzung dafür, dass er akzeptiert bleibt. Der Bus muss nicht Gewinn machen, aber er muss Sinn machen. Vor allem für die Fahrgäste. Dann hat die öffentliche Hand ihr Geschäft gut erledigt und das Steuergeld für eine sinnvolle Maßnahme ausgegeben.

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