Die Kultur kehrt nach Güssing zurück

Das Kulturzentrum Güssing eröffnet am 9. Mai neu: Programm, Nutzung und Perspektiven im Überblick.
Michael Pekovics
Gebäude mit begrüntem Dach, Solarpaneelen und moderner, geometrischer Architektur, umgeben von Bäumen und Parkplätzen.

Ein Gebäude wird neu eröffnet – doch die eigentliche Frage ist, was darin gemacht wird und was daraus entsteht. In Güssing kann mehr beginnen als nur ein Kulturbetrieb. Mit der Wiedereröffnung des Kulturzentrums (Kuz) am 9. Mai mit einem Tag der offenen Tür beginnt ein neues Kapitel für den Standort, der seit 1977 als kulturelles Herzstück der Region gilt.

Nach der umfassenden Generalsanierung – als Folge der Volksbefragung, deren Ergebnis sich gegen die Burg und für das Kuz ausgesprochen hatte – soll das Haus künftig als moderner Kultur- und Begegnungsort dienen und offen für unterschiedliche Formate und Generationen sein. Der Eröffnungstag bietet dabei nicht nur Einblicke in das neu gestaltete Gebäude, sondern steht auch symbolisch für einen Neustart. Gesprächsrunden, Führungen und ein breit angelegtes Programm mit Musik, Lesungen und Beiträgen regionaler Vereine zeigen, wie vielfältig das Haus künftig genutzt werden soll. Der Eintritt ist frei, das Angebot bewusst niederschwellig.

Interesse ist entscheidend

Auffällig ist die programmatische Breite: vom Familienangebot am Nachmittag über Lesungen bis hin zum Konzertabschluss am Abend. Auch darüber hinaus ist das Kulturzentrum als zentraler Schauplatz des regionalen Kulturlebens vorgesehen – mit Produktionen von Musical Güssing wie „Rapunzel lässt kein Haar herunter“ (Premiere am 26. Mai) oder „Wie im Himmerl“ (Premiere am 14. August), Sommerprogrammen und einem vielfältigen Veranstaltungsreigen.

Die Frage wird sein, wie sich dieser Anspruch im Alltag einlöst. Ein modernes Gebäude allein garantiert noch keine lebendige Kultur. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die Angebote zu verbinden und das Haus als Treffpunkt zu etablieren. Das generalsanierte Kulturzentrum ist bereit für den Neustart. Ob daraus ein langfristig tragfähiger Kulturstandort entsteht, wird sich daran entscheiden, wie gut das Haus von der Bevölkerung angenommen wird.

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