Obstbauern zittern wegen drohender Frostschäden

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Im Burgenland gibt es erste Schäden bei Marillen zu beklagen. Landwirte hoffen mit einem blauen Auge davon zu kommen.

Sorge

„Wir sind alle in Sorge. Die Situation ist für viele Obstbauern beklemmend“, erklärt Burgenlands Obstbaupräsident Johann Plemenschits. Vor allem im Hinblick auf die vergangenen Jahre, in denen Spätfröste für große Ernteausfälle sorgten. „Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe ist angespannt, ein drittes Jahr in dem es Schäden gibt, wird für viele Betriebe nicht einfach sein“, sagt der Obstbaupräsident. In Kittsee, Bezirk Neusiedl am See, sieht Marillenbauer Franz Salvamoser die Lage noch gelassen: „Es kommt drauf an wie lang es jetzt noch kalt ist, bist jetzt ist noch alles in der Zeit.“ In der Steiermark hofft man „mit einem blauen Auge davonzukommen“, wie Obstland Geschäftsführer Wolfgang Mazelle erklärt.

Für eine echte Prognose über die Schäden sei es zu früh. Vereinzelt seien aber Bauern schon betroffen. Noch ungefährlich sei es bis jetzt bei der Hauptkultur – den Äpfeln. „Wir hatten maximal minus fünf Grad Celsius, für das Kernobst ist es noch nicht gefährlich“, sagt Nikles. Schutzmaßnahmen gibt es derzeit keine. „Die Vegetation ist noch nicht so weit fortgeschritten, dass wir beregnen können“, sagt Nikles. Beim Gefrieren des Wassers wird innerhalb der Eisschicht Wärme freigesetzt und die Blüten sind geschützt. Versicherung für diese Winterfröste gibt es, laut Plemenschits nicht: „Es gibt nur eine Deckung für Blütenfröste.“ Hier brauche es technische Lösungen, wie die Frostbewässerung, um die Liefersicherheit zu gewährleisten. Bange Tage erlebt auch Franz Reisinger, Obmann der Wachauer Marillenbauern. Derzeit ist es aus seiner Sicht nur ein Rätselraten, ob einzelne der knapp 100.000 Marillenbäume Schäden davontragen. „Da es lange Zeit minus 15, 16 Grad Celsius hatte, könnte es sein, dass der eine oder andere Baum etwas abbekommen hat“, sagt Reisinger. Dass die Situation für die Obstbauern immer schwieriger wird, davon ist er überzeugt und führt es auf die spürbare Klimaerwärmung zurück, die das Wetter immer unberechenbarer mache. In dieser Woche ist weiter mit Minustemperaturen zu rechnen – vor allem in der Nacht.

( Redaktion ) Erstellt am 20.03.2018