Chronik | Burgenland
05.12.2011

Oberwart: Parksheriffs sind außer Dienst

Die Gemeinde spart sich die privaten Parkwächter, weil immer weniger auf die Parkuhr vergessen haben.

14 Euro waren zu löhnen, wenn die Parkuhr nicht hinter der Windschutzscheibe lag, oder eineinhalb Stunden überschritten wurden. Seit Jahren streifen Parkwächter durch Oberwarts Straßen, um ihre Zettel auszuteilen und die Kurzparkzone durchzusetzen. Seit 1. Juli ist Schluss mit den Patrouillengängen. Weniger Parksünder und sinkende Einnahmen sind einige Gründe für die Sparmaßnahme der Oberwarter Gemeinde.

"Die Kurzparkzone wird nicht mehr von den privaten Parksheriffs kontrolliert", erklärt Bürgermeister Gerhard Pongracz. Bis auf Weiteres hat die Hartberger Sicherheitsfirma SecDec ihre Arbeit eingestellt. "Die Autofahrer wissen, dass sie eine Parkuhr brauchen, wenn sie in der Kurzparkzone stehen bleiben", sagt Pongracz. Deshalb sei es nicht mehr nötig, ständig die Parkflächen zu überwachen.

Kontrolle

Entwarnung für Langzeitparker sei dies jedoch keine, auch die Polizei kann Strafzettel verteilen, wenn keine Parkuhr gestellt wird. "Wir werden das im normalen Verkehrsdienst durchführen", erklärt ein Polizist. 20 Euro kostet ein Strafzettel von der Polizei, wenn man ohne Parkuhr in der Kurzparkzone erwischt wird.

Bisher wurden die Parkwächter von den Einnahmen aus den Strafen getragen, anscheinend dürften die Autofahrer in der vergangenen Zeit besser auf ihre Parkuhr geachtet haben. Die Frequenz in der Innenstadt sei laut Bürgermeister Pongracz jedenfalls nicht gesunken: "16.000 Fahrzeuge werden täglich gemessen."

Die angespannte Finanzlage der Gemeinde dürfte ihren Teil zu der Entscheidung beigetragen haben. Wie die Kurzparkzone in Zukunft gehandhabt wird ist unklar. Es sei auch vorstellbar, dass die Gemeinde die Firma wieder für ein zwei Monate einstellt, falls es zu gröberen Problemen kommt.

Vizebürgermeister Georg Rosner will abwarten, wie sich die Lage entwickelt. "Im Sommer wird es vermutlich keine Probleme geben, aber im Herbst kann die Sache ganz anders aussehen", sagt Rosner. Immerhin würde sich die Gemeinde so etwas Geld ersparen, "wenn es der Stadt hilft" und die Kurzparkzone eingehalten werde, sei es kein Problem.