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Nova Rock, Tag 3: Iron Maiden lieferten bombastische Heavy-Metal-Show

Viel Kriegsmetaphorik am dritten Festivaltag. Ein Abschied und eine Premiere. Härte, Hitze und ein Schuss Glamrock.
NOVA ROCK 2026: KONZERT - IRON MAIDEN.

Iron Maiden krönten den dritten Nova-Rock-Tag mit einer bombastischen Heavy-Metal-Show. Mit Songs wie "The Trooper" und "Aces High" sowie Fliegerangriff auf der Videowall gab es Kriegsmetaphorik. Damit hielten die Briten am Samstag keine Alleinstellung. Bei Sabaton stand ein Panzer auf der Bühne, Kanonenfieber bauten einen Schützengraben auf der Blue Stage auf. Kriegerisch ging es am Gelände aber nicht zu: Das Publikum feierte und zeigte nach Kälte, Regen und Hitze Ausdauer.

Iron Maiden waren mit einem Koffer voller Hits aus ihrer goldenen Zeit angereist. Der Bogen spannte sich von Krachern der ersten Alben ("Wrathchild"), über das Metal-Meisterwerk "The Number Of The Beast" bis zu den komplexen, langen Tracks "Rime Of The Ancient Mariner" und "Seventh Son Of A Seventh Son" mit atmosphärischen Instrumentalteilen. Sänger Bruce Dickinson - bei großartiger Stimme - schlüpfte immer wieder in Rollen: als Soldat bei "The Trooper", als Todeskandidat bei "Hallowed Be Thy Name" oder Nachtwächter bei "Fear Of The Dark". 

Die drei Gitarristen warfen einander die Soloparts behände zu. Maskottchen Eddie hatte auch seine Einsätze. Fans freuten sich über "Infinite Dreams", das Maiden 38 Jahre lang nicht im Set hatten. "Wasted Years" beendete ein unterhaltsames Metal-Musical mit perfektem Sound.

Mit einem "Have a great fucking life - every one of you -, 'cause you deserve it!", entließ der Frontman das dankbare Publikum verschiedensten Alters in die Nacht. So bleibt die Erkenntnis, dass die Kultband in ihrem quasi selbst definierten eigenen Genre eine Bank ist, an der ein Großfestival auch 2026 kaum vorbeikommt. Und: Die Chance auf ein Da capo stellte Dickinson erneut selbst in den Raum: "to be continued - just like James Bond".

Sabaton schöpften aus dem Vollen

Die schwedische Power-Metal-Band Sabaton setzte in der Nacht auf Sonntag auf der Red Stage den Schlussakkord eines langen Festivaltags. Am Nova Rock könne man bühnentechnisch aus dem Vollen schöpfen, so Bassist und Gründungsmitglied Pär Sundström im Vorfeld des knapp vor Mitternacht angesetzten Auftritts. Das Orchester, mit dem man seit einiger Zeit mehrfach auf Tournee war, konnte man zwar nicht aufbieten, wohl aber den Chor. "Heute können wir aber alles auffahren. Zum Beispiel den fliegenden Panzer", kündigte Sundström an und hielt Wort.

Mit "Ghost Division" schlugen Sabaton sofort ein hohes Tempo vor und gaben die Marschrichtung vor: druckvolle Gitarrenparts, mächtige Chöre und eingängige Power-Metal-Hymnen. Ein größter Teil der Lieder dreht sich um militärhistorischen Themen. Die Schweden spielten ein Set durch ihre Schaffensphasen und lieferten wie Iron Maiden genau das, was ihre Fans erhofften.

Publikum beim Iron-Maiden-Konzert

Publikum beim Iron-Maiden-Konzert

Angesichts des mittlerweile elften Albums der Band, die im kommenden Jahr erneut in Österreich gastiert (30. April, Stadthalle Graz), sei es immer schwieriger, das Programm zusammenzustellen. Für ihn sei jedenfalls nicht immer klar gewesen, eine Band zu starten, die einem strikten Konzept folgt. Aber: "Wir sind jetzt eine große Show - und das wollte ich immer!" Der Terminkalender ist nun übervoll: "Es sind extrem interessante und aufregende Zeiten", so Sundström.

Glam, Sonnenschein und ein Abschied

Ein Regenguss hatte den Blasmusik-Auftakt zum dritten Nova-Rock-Tag unterbrochen, dann folgte aber viel Sonnenschein auf den Pannonia Fields. Auf ihrer Abschiedstournee haben sich Sepultura, gegründet 1984 in Brasilien, ein Gastspiel im Burgenland nicht entgehen lassen. An Druck und Härte hat es ihnen dabei nicht gemangelt. The Rasmus freuten sich über die tolle Stimmung bei ihrem Auftritt: "Das Publikum war der Wahnsinn. In der Mitte war ein Moshpit, die Leute haben gesungen und sind gesprungen. Sogar in der Hitze. Ich war echt beeindruckt."

Alter Bridge begeisterten Freunde des melodischen Hardrocks, Madsen jene, die deutschen Indie-Rock bevorzugen. Eine wunderbare Prise Glam streuten Palaye Royale auf der Red Bull Stage ein, wo die Wiener Gruppe Frevd ihr allererstes Konzert spielte. Die deutsche Band Kanonenfieber, die sich selbst als "Anti-Kriegs-Metal" bezeichnet, baute danach die Blue Stage zum Schlachtfeld um. Mit ihrem Erste-Weltkrieg-Konzept, gepaart mit harten Riffs und Reenactments der martialischen Sorte in angedeuteten Uniformen mit preußischem Helm, wusste man auch zu verstören.

(Von Wolfgang Hauptmann und Nikolaus Täuber/APA)

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