„Neue Eisenstädter“: Bankchefs und Wirtschaftskammerpräsident als Zeugen
Die vom KURIER in der Vorwoche kritisierte einseitige Gewichtung bei den Zeugenladungen für den Untersuchungsausschuss „Neue Eisenstädter“ (Nebau) dürfte eine Korrektur erfahren.
ÖVP-Klubchef Bernd Strobl, der überzeugt ist, dass die Übernahme der Nebau durchs Land „politisch motiviert war (...) und aus dem Umfeld des Landeshauptmannes gesteuert wurde“, will die bisherige Ladungsliste von 38 Personen – die derzeit mit LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) endet – um weitere elf erweitern.
Darunter sind die Vertreter der früheren Haupteigentümer der Nebau, Rudolf Könighofer (Raiffeisenlandesbank Burgenland) und Peter Bosek (Erste Bank), Nebau-Aufsichtsratschef Hans Peter Weiss, die (Ex)-Landesholding-Bosse Hans Peter Rucker und Gerald Goger, Wirtschaftskammerpräsident und ÖVP-Wirtschaftsbundobmann Andreas Wirth, Doskozils Ex-Büroleiter Herbert Oschep sowie die Geschäftsführer der anderen Gemeinnützigen im Burgenland.
Laut Strobl sind das „Personen, die bei politischen Vorbereitungen und Entscheidungen (zur Nebau-Übernahme, Anm.) eine Rolle gespielt haben“.
Die SPÖ berät noch im Klub darüber, aber die Chancen auf Beschluss der erweiterten Ladungsliste stehen gut. Rot und Grün verfügen über fünf der acht Mitglieder im U-Ausschuss. SPÖ-Klubchef Roland Fürst sagt am Montag auf KURIER-Anfrage, Linie der SPÖ sei „eher mehr Zeugen zu laden als weniger“. FPÖ-Klubobmann Christian Ries will darüber hinaus den für die Aufsicht über gemeinnützige Bauvereinigungen zuständigen Hauptreferatsleiter im Amt der Landesregierung, David Gumhold, befragen.
Besonders spannend wird der Auftritt von Wirth. Laut SPÖ habe er im Jänner 2025 Doskozil vorgeschlagen, bei der Nebau einzusteigen. Die ÖVP meint, es gab schon früher Gespräche des Landes mit Eigentümern. Strobl: Wirth habe im Ausschuss die Möglichkeit, die Sicht der SPÖ „zu entkräften“.
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