Chronik | Burgenland
01.10.2017

Nervenkitzel in Ritzing und Marz, Anzeige wegen Verdacht des Wahlbetruges in Deutschkreutz

In Sieggraben wird ÖVP-Bürgermeister Jobst nach 25 Jahren von SPÖ-Vize Andreas Gradwohl abgelöst

"Es ist spannender als ein Krimi", sagt eine Wählerin, die am Sonntagvormittag in das Wahllokal in Ritzing schreitet. Immer wieder gelangte das Dorf in die Schlagzeilen, vor allem ging es um die ständigen Querelen zwischen ÖVP-Bürgermeister Walter Roisz und dem SPÖ-Vizebürgermeister und Amtsleiter Johann Reißner. Der Bürgermeister suspendierte den Amtsleiter und warf ihm Arbeitsverweigerung vor. Der Bürgermeister wurde wiederum mehr als 70-mal bei der Aufsichtsbehörde angezeigt. Jetzt haben beide Parteien zwei neue Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt. Für die SPÖ trat der Pensionist Robert Trimmel an, für die ÖVP der ehemalige Hauben-Gastronom Ernst Horvath. Den Nervenkitzel gibt es noch länger: Trimmel ( 361 Stimmen) und Horvath (312 Stimmen) müssen am 29. Oktober bei der Stichwahl antreten.

Einen Machtwechsel gibt es in Horitschon. SPÖ-Bürgermeister und Bundesrat Peter Heger musste Georg Dillhof von der ÖVP geschlagen geben.

In Deutschkreutz wird laut einem anonymen Hinweis eine Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen des Verdachtes des Wahlbetruges gegen Bürgermeister Manfred Kölly eingebracht. Bei der Auszählung der Wahlkarten sollen bei Dutzenden Stimmzettel "auffallend viele identische Kreuzerl" bemerkt worden sein.

Comeback der SPÖ

In Marz (Bezirk Mattersburg) war der Urnengang besonders spannend: Nachdem die SPÖ 2012 ihre Kandidaten-Liste zu spät abgegeben hatte und nicht antreten durfte, stellten sich die Roten am Sonntag wieder der Wahl. ÖVP-Bürgermeister Gerald Hüller machte mit 67,10 Prozent wieder das Rennen, SPÖ-Kandidatin Ursula Linninger erreichte 27,69 Prozent und führte die SPÖ mit acht Mandaten in den Gemeinderat zurück.

Nach 25 Jahren wird in Sieggraben ÖVP-Bürgermeister Vinzenz Jobst von seinem roten Vize Andreas Gradwohl abgelöst.