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Chronik | Burgenland
03/13/2019

Neos starten dritten Versuch, Fuß zu fassen

Neustart. Neues Büro in Eisenstadt / Neuer Landeschef im Sommer / Antreten bei der Wahl 2020

Obwohl der Zuspruch bei den letzten Wahlen bescheiden blieb (2,3 Prozent bei der Landtagswahl 2015 und 0,3 Prozent bei der Kommunalwahl 2017), wollen es die Neos noch ein drittes Mal versuchen. „Wir treten aus heutiger Sicht bei der Landtagswahl 2020 an“, sagt Eduard Posch. Der Pinkafelder ist nicht nur der einzige Neos-Gemeinderat im Land (von insgesamt 3143 Gemeinderatssitzen), sondern auch die einzig wahrnehmbare Neos-Stimme zwischen Kalch und Kittsee. Der im Sommer 2017 für drei Jahre gewählte Neos-Landessprecher Dietmar Buxbaum (der dritte Neos-Chef innerhalb von zwei Jahren), der öffentlich kaum je in Erscheinung getreten ist, werde bei der Wirtschaftskammerwahl für den Neos-Ableger Unos antreten, lässt Posch wissen – Buxbaum selbst war nicht erreichbar. Im heurigen Sommer sollen die handverlesenen Neos-Mitglieder einen neuen Landessprecher wählen, Posch stellt sich der Wahl.

Äußeres Indiz für das Antreten der Neos bei der Landtagswahl ist die morgige Wiedereröffnung eines Büros (NEOSphäre) am Eisenstädter Domplatz. Und mit Anna Bozecski leistet man sich seit letztem Dezember sogar eine Landesgeschäftsführerin.

Nach der Wahl 2015 musste der Neos-Stützpunkt am Stadtrand geschlossen werden. Die Bundespartei leistet einen Büro-Mietzuschuss von monatlich 350 Euro, gut 400 Euro muss die Landesgruppe aus Spenden aufbringen. Eine vertraute Situation: Schon 2015 bekamen die Burgenländer von den Bundes-Neos ein Darlehen über 70.000 Euro. Eine Hälfte wurde zurückgezahlt, die andere muss erst beglichen werden, wenn man 2020 den Einzug in den Landtag schafft...

Dabei werden sich die Neos wohl mit den Grünen matchen, die ihr Büro in Eisenstadt gleich um die Ecke haben. Posch räumt „Schnittstellen“ mit den Grünen ein, die derzeit zwei Landtagsmandate besetzen. Was den pensionierten Schuldirektor „trotzdem“ optimistisch stimmt: Weil sich das Bündnis Liste Burgenland „aufzulösen scheint“, gebe es auch „etwas Bewegung am Wählermarkt“.