Chronik | Burgenland
22.01.2012

Nächtliche Aktion gegen Ausbeutung

Illegale Beschäftigung: Chinarestaurants und Bordelle waren Ziel von Ermittlern. Oft werden Illegale über mehrere Jahre ausgenutzt.

Wir wollen verhindern, dass illegal aufhältige Personen abtauchen“, erklärt Stefan Eisner, Leiter der Fremdenpolizei der Sicherheitsdirektion Burgenland. In der Nacht von Freitag auf Samstag ging die fünfte Aktion zur Bekämpfung der illegalen Migration über die Bühne. Ziel waren wieder Rotlichtlokale und Chinarestaurants. Zwei Personen wurden verhaftet und drei weitere auf freiem Fuß angezeigt.

„Unser Konzept läuft seit Sommer und wir haben auch vom Innenministerium positives Feedback bekommen“, berichtet Eisner im KURIER-Gespräch. Denn bei den Aktionen im Burgenland klickten für zahlreiche sogenannte „U-Boote“ die Handschellen, der KURIER hat berichtet.

Verhaftung

Bei der Kontrolle an diesem Wochenende wurde ein 42-jähriger Chinese in einem Restaurant in Eisenstadt aufgegriffen. Er hielt sich seit 2009 illegal im Land auf und wurde festgenommen. In einem Nachtclub in Siegendorf wurde eine 18-jährige Ungarin vorläufig verhaftet, sie hatte keinerlei Dokumente bei sich. Drei weitere Frauen wurden wegen illegaler Prostitution angezeigt.

Bei den Kontrollen arbeiten Finanz-, Fremden- und Kriminalpolizei mit Beamten der Bezirkshauptmannschaft und der Sicherheitsdirektion zusammen. „Wir haben auch immer Kräfte auf Abruf, damit wir nicht gleich mit einer ganzen Armee von Beamten Lokale kontrollieren“, sagt Eisner. Widerstand würden die Migranten meist nicht leisten. „Diese Leute werden ausgenutzt. Die Chinesen müssen oft zehn Jahre lang niedere Arbeiten verrichten, um ihre Schlepper zu bezahlen“, erklärt Eisner. Auch im ländlichen Raum würde es solche mafiösen Strukturen geben, die im Hintergrund agieren. An die Strippenzieher wollen die Beamten herankommen. Aber auch Restaurantbetreiber wurden wegen des Verdachts auf Ausbeutung von Fremden schon angezeigt.

Die bisherigen Aktionen werden nun genau ausgewertet. „Da es immer zu Festnahmen kam, werden sie bestimmt auch weiterhin durchgeführt“, ist Eisner überzeugt.