Chronik | Burgenland
16.05.2018

Terminal für russische Breitspurbahn: Parndorf ist aus dem Rennen

Riesiger Terminal kommt doch nicht im Burgenland

Der Widerstand gegen einen geplanten Verladebahnhof (fünf Kilometer lang, 300 Meter breit) für die verlängerte russische Breitspurbahn im Nordburgenland hat jetzt zu einer überraschenden Wende geführt.

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) habe mit ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä telefoniert, die ÖBB werden die Planungen für den Bahnhof nun auf Niederösterreich „fokussieren“, sagte ein Hofer-Sprecher am frühen Mittwochnachmittag zum KURIER. Parndorf sei damit aus dem Rennen, der Region gingen damit auch bis zu 3000 Arbeitsplätze durch die Lappen, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Der genaue Standort des Bahn-Terminals in NÖ sei noch offen.

Vorangegangen war dieser Vollbremsung ein Auftritt der Bürgermeister der drei potenziell betroffenen burgenländischen Gemeinden Parndorf, Bruckneudorf und Neudorf: Man lehne den Terminal „absolut ab“, hatte der Parndorfer Bürgermeister Wolfgang Kovacs von der Liste Parndorf am Mittwochvormittag noch einmal klargestellt. Die Parndorfer seien ein „kriegerisches Volk, wenn es drauf ankommt“. Das Land wolle die Gemeinden unterstützen, sagte auch SPÖ-Landeschef Hans Niessl Hilfe zu.

Ende Februar hatten Minister Hofer und dessen russischer Kollege Maxim Sokolov in Wien eine Vereinbarung zur Verlängerung der russischen Breitspurbahn vom slowakischen Kosice bis nach Österreich unterzeichnet. Am Ende dieser 400 Kilometer langen Strecke, die auch an die von China forcierte neue Seidenstraße andocken soll, ist ein Terminal geplant. Bisher wurde nur Parndorf als Standort genannt. Die Gemeinden befürchteten als Folgen des Verladebahnhofs eine Einschränkung des Naherholungsraumes und zudem massive Belastungen durch Lkw-Verkehr.