Nach Hofer-Rückzug: Wer wird neuer Klubobmann der FPÖ Burgenland?
Norbert Hofer
Mitte Jänner sortiert sich der Landtagsklub der FPÖ neu. Nach der überraschenden Ankündigung von Klubobmann Norbert Hofer, im neuen Jahr als Geschäftsführer der Binder-Leitl Investment GmbH in die Privatwirtschaft zu wechseln, soll in einer Klubsitzung am 14. Jänner ein Nachfolger gewählt werden.
Seit einer Gesetzesänderung, die erst vor dem Sommer mit den Stimmen von Rot-Grün und ÖVP beschlossen wurde, darf ein Klubchef keinen weiteren Beruf mit Erwerbsabsicht mehr ausüben.
Der 54-jährige Pinkafelder Hofer ist das erste „Opfer“ dieser Verschärfung.
Die Freiheitlichen haben seit der Landtagswahl im Jänner neun Mandate (von 36), so viele wie noch nie.
„Die werden sicher einen Guten finden“, meinte er auf die Frage nach seiner Nachfolge.
Wer sitzt für die FPÖ im Landtag? Neben Hofer sind dies noch Michaela Brandlhofer, Thomas Grandits, Mario Jaksch, Christian Ries, Hans Tschürtz, Sandro Waldmann, Michelle Whitfield und Markus Wiesler.
Kandidaten-Quartett
Erster Anwärter auf dem Papier ist Christian Ries aus Rust, der vor seinem Wechsel in den Landtag an der Seite Hofers Nationalratsabgeordneter war und dort auch Erfahrung in Untersuchungsausschüssen gesammelt hat. Auch in den U-Ausschuss des Landtags zur „Neuen Eisenstädter“, der im Jänner 2026 startet, wird der Kriminalbeamte Ries entsandt.
Ebenso wie Thomas Grandits, Jurist und früherer Klubdirektor aus Wörterberg. Auch er soll sich Chancen auf den Klubvorsitz ausrechnen.
Markus Wiesler, der wie Hofer aus dem Bezirk Oberwart (Deutsch Schützen) kommt, ist von den aktuellen blauen Mandataren der längstdienende Landtagsabgeordnete – mit Ausnahme von Ex-Partei- und Klubchef Hans Tschürtz, der aber schon 2. Landtagspräsident ist.
In der Partei stark verankert und damit im Spiel ist auch Mario Jaksch aus Bruckneudorf.
Grundmandat Hofers
Ob er auch sein Landtagsmandat – das ihm niemand nehmen kann – aufgibt, hat Hofer noch nicht entschieden. Dazu habe es „lange Diskussionen mit meinen Freunden“ gegeben, man habe ihn gebeten, im Landtag zu verbleiben: „Ich muss entscheiden, ob ich das machen werde.“
Dies sei abhängig von seinem künftigen beruflichen Engagement.
Weiterhin Gemeinderat in Pinkafeld bis 2027
Dem Burgenland werde er, wie bei seinem Antreten bei der Landtagswahl angekündigt, jedenfalls politisch erhalten bleiben, so Hofer - "und sei es als ehrenamtlicher Schriftführer in einer Ortsgruppe", seiner Heimatstadt Pinkafeld, wo er bis 2027 Gemeinderat ist.
Innerparteilich gibt es nicht nur Befürworter eines Hofer-Verbleibs im Landtag, wie der KURIER erfahren hat. Dieser könne sich „nicht immer alle Optionen offenhalten“ und müsse sich entscheiden, heißt es aus Parteikreisen.
Die rigide Haltung hat auch mit Vorbehalten gegen Andreas Binder, Geschäftsführer der Binder-Leitl Investment GmbH, zu tun.
Der frühere Freiheitliche hat in seiner Heimatgemeinde Bad Sauerbrunn bei der letzten Kommunalwahl für die Neos kandidiert. Das verzeihen ihm manche in der FPÖ bis heute nicht. Würde Hofer neben seiner Geschäftsführertätigkeit bei Binder-Leitl Investment weiterhin im Landtag bleiben, „käme die Hälfte seines Gehalts vom Steuerzahler“, ätzen die internen Kritiker.
Legt Hofer sein Mandat zurück, würde Bundesrat Thomas Karacsony aus Rechnitz nachrücken. Ersatzbundesrat ist Daniel Jägerbauer.
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