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Chronik Burgenland
01/03/2021

Nach Bank-Crash: Unternehmer will Fußball und Firma retten

Manfred Strodl hat Dachdecker übernommen und führt den MSV2020

von Thomas Orovits

Mit 52 Jahren hat sich Manfred Strodl 2005 selbstständig gemacht und die MS Bau gegründet, die seither jährlich zwei bis drei Wohnhausanlagen in Wien und dem Wiener Speckgürtel errichtet. Jetzt hat der mittlerweile 67-jährige Mattersburger wieder den Sprung ins kalte Wasser gewagt – ins eiskalte diesmal. Der Unternehmer und Diplomingenieur für Hochbau hat innerhalb weniger Monate bereits zwei Kollateralschäden der insolventen Commerzialbank Mattersburg auf neue Beine gestellt.

„Als Mattersburger, der hier geboren und aufgewachsen ist, Fußball gespielt hat und auch heute noch hier lebt, ist es eine Herzensangelegenheit zu helfen“, begründet Strodl im KURIER-Gespräch sein Engagement.

Der Bauunternehmer, der seine MS Bau schon vor einiger Zeit an die süddeutsche Geiger-Gruppe verkauft und seine Geschäfte in der HMCA Immo GmbH gebündelt hat, hat mithilfe des Landes die insolvente Firma Zimmermann in Mattersburg gerettet (der KURIER hat berichtet).

Die neu gegründete DFT Dach- und Fassadentechnik GmbH übernimmt Betrieb, Baustellen und rund 80 der zuletzt 90 Zimmermann-Mitarbeiter. Strodl hält 52,9 Prozent, die landeseigene Wirtschaftsagentur 25,1 Prozent, drei Private den Rest. Die Besitzgesellschaft, in der sich das 2018 neu errichtete Firmenareal der Zimmermann GmbH befindet, hat Strodl allein erworben.

Doppelter Neustart

Ab 7. Jänner wolle man „neu durchstarten“, versprüht Strodl Optimismus. Standort und Know-how der alten Firma Zimmermann seien gut, ist Strodl überzeugt, kaufmännisch habe es aber wohl gehapert. Die Söhne des früheren Chefs Ernst Zimmermann könnten aber auch in der neuen Firma an Bord sein, streckt Strodl die Hand aus: „Die Chance haben sie“.

Während für den Einstieg bei der Dachdeckerei Kopf und Kalkül ausschlaggebend waren, haben Herz und Leidenschaft Strodl zur Übernahme der Führungsfunktion beim MSV2020 bewogen. Der Fußballverein soll die Nachfolge des im Sog der Commerzialbank sang- und klanglos verschwundenen SV Mattersburg antreten. Strodl, der Anfang der 1970-er Jahre selbst für den damaligen Landesligisten SV Mattersburg als Libero aktiv war, will im Herbst wieder eine Kampfmannschaft in die Meisterschaft schicken – nicht in der Bundesliga, sondern der 2. Klasse. Vorerst konzentriert sich der MSV2020 auf die Nachwuchsarbeit, die Kinder und Jugendlichen trainieren auf dem Akademiegelände.

Aber Strodl plant schon die Rückkehr ins Pappelstadion.

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