Museum der bäuerlichen Kultur

Stolzer Hausherr: Vom Pferdehalfter bis zur Milchkanne findet sich alles im <br />
Museum von Franz Forjan.
Foto: MANFRED IMRE/manfred imre

Franz Forjan hat 1999 den Grundstein in Jennersdorf gelegt, mittlerweile finden sich 3000 Exponate in seinem Besitz.

Die Leidenschaft wurde auf einem Müllplatz entfacht. Kein sehr einladender Ort, doch Franz Forjan wollte einen alten Heuwagen nicht seinem Schicksal überlassen.
Das war im Jahre 1999, der Grundstein zum heutigen Bauernmuseum Jennersdorf war somit gelegt.

"Jetzt habe ich zwischen 2000 und 3000 Exponate gesammelt, ich kann sie nicht mehr zählen", erklärt der 72-jährige Hausherr. Nur ganz alte Stücke seien interessant, und aus der Region müssten sie sein, sagt Forjan, 160 Jahre hat etwa eine Seilerei auf dem Buckel, 150 Lenze zählt ein Pferdegeschirr. Viele Exponate wären verloren gegangen, denn oftmals wurden die Bauernhäuser abgerissen.

"Damit sind sehr viele Kindheitserinnerungen verbunden, das ist damals eine sehr harte Arbeit gewesen, das können sich die jungen Leute heute gar nicht mehr vorstellen", schildert der Pensionist. "Man hat fast alles händisch gemacht, es hat nur wenige Maschinen gegeben. Wir sind oft um drei, vier Uhr in der Früh aufgestanden und aufs Feld gegangen."

Die Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft, oft wurde beim Onkel mitgeholfen. Jeder Haushalt habe Schweine, Hasen oder Hühner gehabt. Die Produkte seien viel mehr geschätzt worden, Fleisch habe es nur am Sonntag gegeben. "Aber es war eine schöne, ruhige Zeit, der Familienzusammenhalt war da, anders wäre es gar nicht gegangen", betont Forjan.

Diese Stimmung versucht er auch in seinem Bauernmuseum zu vermitteln: Zahlreiche Werkzeuge - von Tischler, Schmied, Schuster oder Sattler - dienen als Zeugen der vergangenen Zeit. "Eine große Freude habe ich mit den alten Kinderwägen und den Koffern der Amerika-Auswanderer. Danach habe ich lange gesucht."

Restauration

Bis zu 2500 Besucher konnte Forjan pro Jahr schon begrüßen - aus Österreich, Deutschland, Ungarn, den USA und den Niederlanden. Montag bis Samstag (9 bis 17 Uhr) sowie Sonntag gegen Voranmeldung steht das Museum, Eintritt freie Spende, offen. Am 10. September (13 Uhr) wird zum "Pinkerlfest" geladen.
Ob ihm die mühevolle Restauration nicht zu viel werde? "Nein, ich brauche eine Beschäftigung, sonst wäre es ja langweilig."

(kurier) Erstellt am
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