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Burgenland
10/13/2019

Mörbisch: Ein Olivenhain mit Seeblick

Franz Günther und Sabine Haider pflanzten den ersten Olivenhain Österreichs

von Roland Pittner

Zwei Liegestühle laden im Olivenhain zum Träumen ein. Doch der Blick zeigt nicht das Mittelmeer, sondern den Neusiedler See. Franz Günther und Sabine Haider haben sich in Mörbisch ihren Traum von der eigenen Landwirtschaft erfüllt. Die bietet nicht nur den schönen Ausblick, sondern auch viel Arbeit für das Paar.

Mein Lebensgefährte wollte immer einen Selbsterhalterhof oder eine kleine Landwirtschaft haben“, sagt Haider. Aber es habe sich nie das Richtige ergeben. „Wir haben überlegt, was wir machen könnten“, erzählt Haider, die als Zugbegleiterin arbeitet. Auch ihr Partner ist kein gelernter Landwirt, sondern Installateurmeister.

„Irgendwie sind wir auf Oliven gekommen, dann hat eines das andere ergeben. Wir haben Daten ausgewertet und sind auf den Neusiedler See gekommen, weil hier das Klima passt“, sagt die Landwirtin. Zwei Hektar Fläche in Mörbisch nennen, die beiden Olivenbauern ihr Eigen. Nach viel Recherchen ging es dann schließlich ans Bäume pflanzen.

Langfristiges Projekt

Im Mai 2017 haben sie den ersten Baum gepflanzt. 58 weitere folgten, ebenso wie einer der strengsten Winter der vergangenen Jahre. „Wir hatten Nächte mit minus 15 Grad, das hat den Bäumen weh getan“, schildert Haider. Doch bis auf drei Bäume haben es alle überlebt. So war die erste Hürde, Olivenbäume über den Winter zu bekommen, geschafft. „Bis jetzt haben wir 16 verschiedene Sorten und 200 Bäume, um zu sehen welche am besten bei uns gedeihen“, erklärt die Bäuerin. Denn auf Erfahrungswerte mit Olivenhainen im Bezirk Neusiedl konnten die beiden nicht zurückgreifen. Noch prägen Weingärten die Landschaft rund um den See, doch das Klima werde wärmer und die mediterranen Bäume fühlen sich wohl.

Olivenbauer wird man nicht über Nacht. Wirtschaftlich sind die Bäume erst nach 15 Jahren. „Mit sieben bis acht Jahren beginnen sie Früchte zu tragen“, sagt Haider. Diese Woche können die beiden trotzdem einige Früchte ihrer Arbeit ernten. „Wir rechnen mit zwei bis drei Kilogramm, das ist schon ein Erfolg. Da wir die Gewissheit haben, dass die Bedingungen passen, sonst hätten wir gar keine Früchte“, sagt Haider. Es ist ein langfristiges Projekt, 600 Bäume sind das Ziel.

Olivenöl

In weiterer Folge soll Olivenöl hergestellt werden. „Ich wage keine Prognose abzugeben, ob es funktioniert, aber wir glauben daran“, sagt Haider. Im Olivenhain gibt es immer Arbeit. Unkraut muss entfernt werden, außerdem brauchen die Olivenbäume einen Formschnitt.

„Verkaufen können wir noch nichts, aber den Ertrag teilen wir mit unseren Baumpaten“, sagt Haider. Diese haben die Patenschaft für einen Olivenbaum übernommen und sich so an dem Projekt beteiligt.

„Die jungen Bäume bewässern wir, im Winter packen wir sie dann mit Strohmatten ein, um sie vor Frost zu schützen“, sagt die Landwirtin. Gearbeitet wird so naturnah wie möglich. „Außerdem geben wir den Bäumen sehr viel Liebe, das hilft ungemein“, ist Haider überzeugt. Ob die Olivenbäume in einigen Jahrzehnten die Landschaft rund um die See prägen werden, wird sich zeigen. Vorreiter werden die beiden Oliven-Quereinsteiger für immer bleiben.

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