© Harald Illmer

Chronik Burgenland
03/06/2020

Mit Vollgas durchs Weingebiet: Blaufränkischland Rallye

Tourismusverein und Gemeinde erfreut über Motorsport-Bewerb in Deutschkreutz – Winzer nicht

von Stefan Jedlicka

Er habe sich „einen lang gehegten Wunsch erfüllt“, sagt Georg Gschwandner, Präsident des „Motor Clubs Leobersdorf 68“ aus Niederösterreich: In seiner Wahlheimat organisiert er am Wochenende die erste „Blaufränkischland Rallye“. „Es freut mich, mit der Gemeinde Deutschkreutz einen Partner gefunden zu haben, der den wirtschaftlichen Mehrwert einer solchen Veranstaltung erkannt hat“, jubelt Gschwandner. Das Rallyegeschehen finde fast gänzlich in Deutschkreutz statt, man wolle aber möglichst viele Beherbergungsbetriebe des Tourismusvereins „Blaufränkischland Pur“ mit einbinden. Das freut Obmann Christian Gradwohl: „Mit der Rallye haben wir eine Möglichkeit, außerhalb der eigentlichen Saison ein Event auszurichten, das an einem Wochenende mehr als 500 Nächtigungen in die Region bringt, abgesehen von vermehrter Wertschöpfung, medialer Präsenz und Werbung durch Menschen, die ansonsten nicht in diese Gegend gekommen wären.“

Vereine eingebunden

Vereine erhalten die Möglichkeit, Zuschauer kulinarisch zu versorgen, so Gschwandner. „Selbiges gilt für den Bereich des Fahrerlagers, des sich am Gelände des Lagerhauses in Deutschkreutz befinden wird.“ Die Fanzonen liegen innerhalb von fünf Fahrminuten. Speziell in der Mittagspause soll eine Besichtigung der Rallyefahrzeuge aus der Nähe möglich sein. „Auch Autogrammwünsche werden sicher erfüllt“, sagt Gschwandner.

Sieben Teams aus Ungarn und vier aus Tschechien sind gemeldet, außerdem das neue „RM Racing Austria Team“, dessen Eigentümer der amtierende Austrian-Rallye-Challenge-Meister Roman Mühlberger ist. Eröffnet wird der Bewerb von sieben historischen Fahrzeugen. Am Freitag findet im Vinatrium Deutschkreutz ein Event zu „40 Jahre Audi Quattro“ statt. Mit den Rallyelegenden Franz Wittmann und Rudi Stohl. Als Weltpremiere wird an diesem Abend der Audi A1 Quattro R4 vorgestellt.

Wenig begeistert blickt Winzer Walter Kirnbauer, Präsident des „Verbandes Blaufränkisch Mittelburgenland“, dem Wochenende entgegen. „Wir bemühen uns um Nachhaltigkeit, fahren so wenig wie möglich mit Traktoren in die Weingärten, um CO2 einzusparen, und jetzt brettern sie hier mit Rallyeautos durch“, ärgert er sich. Touristisch erwartet sich Kirnbauer wenig. „Das ist nicht unser Klientel. Wir wollen sanften Tourismus. Gäste, die mehrere Nächte hier bleiben und die Heurigen besuchen. Die Rallyefahrer kommen hier mit ihren Autos an, fahren ihre Runden und rauschen wieder ab“, ist er überzeugt.

Wasserstoff-Umstieg?

Als einmalige Veranstaltung könne man mit der Rallye leben, sagt Kirnbauer. „Aber eine Dauereinrichtung soll es nicht werden.“ Denn: „Wenn hier die Strecke abgesperrt wird, stört das Wanderer, Radfahrer und Nordic Walker in der Region. Außerdem die Nebenerwerbswinzer, die am Samstag und Sonntag in ihren Weingärten arbeiten wollen.“

Manfred Kölly, Bürgermeister von Deutschkreutz, steht hinter dem Projekt: „Neue Besucher in die Region zu bringen, ist auf jeden Fall positiv.“ Sein Wunsch sei, die Rallye in kommenden Jahren mit Elektrofahrzeugen oder wasserstoffbetriebenen Boliden durchzuführen: „Wir haben hier Windenergie, daraus kann man Wasserstoff gewinnen. Das Ganze kann ein Vorzeigeprojekt werden.“

In diesem Punkt stimmt auch Georg Gschwandner zu: "Auch der Rallyesport orientiert sich immer mehr in Richtung alternative Energie. Sollte sich diese Veranstaltung in weiterer Folge etablieren, wäre sie auch die idelale Bühne für solche innovative Entwicklungen."

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