Chronik | Burgenland
27.10.2018

Mit den Ziegen in die Sennschule

Jasmin Tschofen lehrt, wie Käse hergestellt wird – online, mobil und in Gerersdorf

Mit den Ziegen an der Leine geht es von Gerersdorf bei Güssing raus zum Freilichtmuseum. Querfeldein über Wiesen. Ab und zu schnappen sich die Tiere ein Grasbüschel oder Blätter im Vorbeigehen. Jasmin Tschofen ist die Besitzerin und sie gründete die erste Sennschule im Südburgenland. Eigentlich stammt ihre Familie aus Vorarlberg. „Über eine Bekannte sind wir hier her gekommen und es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Tschofen. Das touristisch geprägte Leben im Vorarlberger Montafon hat sie gegen die Hügel des Bezirks Güssing getauscht.

Sennschule

Ihr Vater hat in Vorarlberg schon seit seiner Jugend als Senner gearbeitet. Auch dort haben sie schon Kurse angeboten. Jetzt im Bezirk Güssing gibt es weiter die Möglichkeit für Besucher, die Kunst des Käseherstellens zu erlernen. „Wir kommen meist mit den Ziegen ins Freilichtmuseum, die Leute können dann melken und die Rohmilch kosten“, schildert Tschofen. Danach geht es an die Sennarbeit. Jeder Teilnehmer bekommt sein „Senngeschirr“ und arbeitet an seinem Käse. „Wir erklären Schritt für Schritt, wie man zum fertigen Produkt kommt“, sagt die Landwirtin. Jeder geht dann mit einem Frischkäse nach Hause, dazu gibt es noch Rezeptideen.

Aber nicht nur in Gerersdorf bei Güssing kann der Kurs besucht werden. „Wir sind auch mobil, bis 60 Kilometer nehmen wir auch die Ziegen mit, ist es weiter, kommen wir ohne Tiere“, sagt Tschofen. Vor allem in Schulen und Altenwohnheimen sind die Sennkurse beliebt. „Wir wollen mit unserer Arbeit Brücken zwischen den Verbrauchern und der Landwirtschaft bauen“, sagt Tschofen. Auch im Internet gibt es die Sennkurse. „Wir zeigen, wie man mit einfachsten Mitteln zu Hause Käse herstellen kann“, erklärt Tschofen.

Intervention

Zusätzlich zur Sennschule bietet Tschofen auch tiergestützte und naturgestützte Intervention an. „Es ist nicht nur das Käsemachen, sondern auch die Arbeit mit den Tieren“, meint die Landwirtin. Die Ziegen seien dazu perfekt, „sie sind sehr sensibel und können sich gut anpassen“.

Für nächstes Jahr gibt es auch schon Pläne für ein „Ziegentrekking“, Kräuterwanderungen und weitere Aktivitäten. „Das Hauptprogramm bleibt aber die Sennschule“, sagt Tschofen. Die Ziegen werden demnächst auch Verstärkung bekommen – „zwei sind trächtig“, sagt die Bäuerin.

www.sennschule.net