© Asfinag

Chronik Burgenland

Mit Bau der S7 startet erstes Tunnelprojekt des Burgenlandes

Bezirk Jennersdorf. Heute findet die Anschlagsfeier statt, 2023 soll die Schnellstraße eröffnet werden

von Roland Pittner

01/25/2019, 05:27 PM

„Es ist eines der am längsten verzögerten Projekte, vergleichbar mit der Lobau-Durchfahrt“, sagt Alexander Walcher im KURIER-Gespräch. Der Asfinag-Geschäftsführer hat 2001 als Projektleiter bei dem Unternehmen begonnen, „die S7 war mein erstes Projekt hier“. Heute, Samstag, findet die offizielle Tunnelanschlagsfeier in Rudersdorf statt. 2017 hat Landeshauptmann Hans Niessl gemeinsam mit seinem Amtskollegen Hermann Schützenhofer in der Steiermark für den ersten Abschnitt den Spaten geschwungen. Nun wird auch im Burgenland gebaut.

Der Tunnel ist der größte Einzelauftrag, den die Asfinag je an eine Firma übergeben hat. „Die drei Kilometer werden rund 160 Millionen Euro kosten“, sagt Walcher. Es sei das Herzstück der Schnellstraße und der erste Tunnel im Burgenland. Die Bauarbeiten werden ohne Sprengungen auskommen, es wird mit Baggern gegraben.

Proteste

Fast genauso lange wie das Projekt geplant wird, gibt es auch die Bürgerinitiative „Allianz gegen die S7“. Seit Jahren hat die Gruppierung rund um Johann Raunikar zahlreiche Einsprüche in allen Instanzen erhoben und somit das Projekt um Jahre verzögert. „Zwei Verfahren sind beim Verwaltungsgerichtshof noch anhängig, eines beim Bundesverwaltungsgericht. Und wir fechten noch die Wirksamkeit der naturschutzrechtlichen Genehmigungen an“, erklärt Raunikar im KURIER-Gespräch. Die Allianz lasse sich durch die Bauarbeiten nicht entmutigen, „ wir sind weiter tätig“, sagt der Aktivist. Denn ein privater Investor würde ohne alle rechtskräftigen Bescheide nicht mit dem Bau beginnen. „Aber die Asfinag hat die Rückendeckung der Politik und baut einfach drauf los“, sagt Raunikar.

 

Für Walcher ist klar: „Es sind alle Bescheide, die wir für den Bau brauchen, rechtskräftig.“ Außerdem habe sich trotz der geballten Kritik und der Ausschöpfung der juristischen Möglichkeiten durch die „Allianz gegen die S7“, kaum etwas grundlegendes an der Form des Projekts verändert. Ob es noch weitere kritische Stimmen gibt, kann Rudersdorfs Bürgermeister Manuel Weber nicht sagen: „Es ist eine zukünftige Verkehrsader, die für die ganze Region wichtig ist.“ Denn Verkehr gebe es jetzt schon genug – und der würde dann aus der Ortsdurchfahrt auf die S7 abgelenkt. „Es wird hoffentlich eine Entlastung für die Gemeinde“, sagt Weber.

Aufschwung

Auf einen Aufschwung hofft etwa der Wirtschaftspark Heiligenkreuz, der unter der Prämisse, dass die S7 ihn mit der Autobahn verbindet, gebaut wurde. „Immer mehr Unternehmer zeigen Interesse an einem Standort im Businesspark Heiligenkreuz“, erklärt FP-Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig. Die Straße soll die wirtschaftliche Entwicklung der Region beschleunigen. „Aktuell haben im Wirtschaftspark in Heiligenkreuz 16 Unternehmen ihren Standort, zusammengezählt kommt man hier auf 436 Arbeitsplätze“, sagt der Landesrat. Von den rund 70 Hektar stehen noch 21 Hektar für neue Unternehmen zur Verfügung.

Auch auf ungarischer Seite wird die M8, die an die S7 anschließen soll, bereits gebaut.

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