© Roland Pittner

Militär
04/23/2020

Miliz rückt für Grenzeinsatz ein

Das Heer mobilisiert erstmals Teile der Miliz, eine Kompanie kommt nach Güssing

von Roland Pittner

Für die zweite Jägerkompanie des Jägerbataillons Burgenland wurde die Mobilmachung angeordnet. Die 202 Milizsoldaten sind Teil der insgesamt 3.000 Personen, die wegen der Corona-Pandemie einrücken müssen. Sie müssen ihr ziviles Leben am 4. Mai zurücklassen und in die Kaserne einrücken. „Es kommt erstmals zu einer Teilmobilmachung des Milizheers, die Kompanie wird ihre Einsatzbereitschaft bis 18. Mai in der Kaserne Güssing herstellen“, sagt Oberst Thomas Erkinger, Kommandant des Jägerbataillons 19 in Güssing.

Hauptmann Patrick Gillar ist schon mit den Vorbereitungen für die Mobilmachung beschäftigt. Er ist der Kommandant der zweiten Jägerkompanie. Eigentlich ist Gillar Bauingenieur und lebt südlich von Graz mit seiner Lebensgefährtin und vier Kindern. „Beruflich ist es möglich, dass ich in den Einsatz gehe“, sagt Gillar. Die schwierigere Aufgabe sieht er bei seiner Frau, die sich jetzt allein um die Kinder kümmern muss. „Aber es ist nicht mein erster Einsatz, ich war schon an der Grenze und auch im Kosovo“, sagt Gillar. Unterstützung bekommt seine Frau vom Rest der Familie. „Sie hat Verständnis“, sagt der Familienvater, der bald fast 200 Soldaten kommandieren muss.

Assistenzeinsatz

Für die Milizionäre geht es zum sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz Migration. Sie sollen eine Grundwehrdiener-Kompanie ablösen. Gillars Kommandogruppenkommandant, Wachtmeister Bernd Lomosits, ist im zivilen Leben Projektleiter bei einem Dienstleistungsunternehmen. „Von meinem Arbeitgeber wird der Einsatz gutgeheißen, ein Kollege ist auch beim freiwilligen Zivildienst dabei“, sagt Lomosits, der im Nordburgenland wohnt. Er seit stolz, an dieser Teilmobilisierung teilnehmen zu dürfen „und der Bevölkerung zu helfen“.

Freiwillige

Für das Bundesheer und den Kommandostab in Güssing ist es ein großer logistischer Aufwand. Alle Milizsoldaten der 2. Kompanie wurden schon im Vorfeld kontaktiert. 25 können wegen Jobs im Pflege- oder Medizinbereich oder aus gesundheitlichen Gründen nicht einrücken. „Wir haben auch 47 Freiwillige für den Einsatz“, sagt Erkinger. Rund die Hälfte der Einberufenen kommt aus dem Burgenland. Viele rücken zum ersten Mal als Milizsoldaten ein und hatten noch keine Waffenübungen oder Einsätze.

„In zwei Wochen werden wir alle Soldaten auf den Ausbildungsstand für den geplanten Einsatz an der Grenze bringen“, sagt Erkinger. Das Kaderpersonal des Jägerbataillons 19 wird die Miliz bei der Ausbildung unterstützen. Dann geht es von 18. Mai bis 27. Juli an die Grenze. Danach werden die Milizsoldaten wieder von regulären Kräften abgelöst und können ins zivile Leben zurückkehren. Ob es weitere Mobilmachungen der Miliz geben wird, ist noch unklar.

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