Mann gegen Mann in christlich-sozialer ÖVP

ÖVP-Landesliste für Nationalratswahl, Gaby Schwarz…
Foto: /Thomas Orovits ÖVP-Landesliste für Nationalratswahl, Gaby Schwarz und Niki Berlakovich

Vorzugsstimmen. Nur Gaby Schwarz hat Fix-Ticket.

Man kann es auch so sehen: Während SPÖ und FPÖ ihre Frontmänner für die Nationalratswahl, Hans Peter Doskozil und Norbert Hofer, durch Top-Platzierungen auf Regional-, Landes- und (im Falle von Hofer) Bundesliste doppelt und dreifach absichern und ihnen lästige parteiinterne Konkurrenz ersparen, kann sich die ÖVP unter Sebastian Kurz offenbar den Luxus leisten, mit Niki Berlakovich einen Ex-Minister mit jahrzehntelanger politischer Erfahrung noch einmal die Ochsentour durchlaufen zu lassen.

Drei Mandate möchte die ÖVP am Sonntag erobern. Das ist angesichts der Umfragen durchaus realistisch, 2013 haben trotz eines sehr schlechten ÖVP-Ergebnisses nur 3398 Stimmen auf ein zweites Mandat im Land gefehlt. Außerdem ist diesmal ein Bundeslistenmandat so gut wie fix. Quereinsteigerin Gaby Schwarz führt die Landesliste an und ist im Bund auf Platz vier gereiht. Im Land rechnet die ÖVP-Spitze mit zwei Direktmandaten in den Regionalwahlkreisen – im Norden hat sich der Zagersdorfer Christoph Zarits bei der internen Vorwahl durchgesetzt, im Süden der Nebersdorfer Niki Berlakovich, seit 2013 einziger schwarzer Nationalrat aus dem Burgenland und davor fünf Jahre Umweltminister.

Dass dennoch bis zum Wahltag alles offen bleibt, liegt daran, dass in der christlich-sozialen ÖVP der Kampf Mann gegen Mann ausgerufen wurde: Das Mandat bekommt, wer die meisten Vorzugsstimmen hat. Und vor allem die Zarits und Berlakovich in der Vorwahl unterlegenen Stefan Kast aus Neusiedl/See und Landtagsabgeordneter Patrik Fazekas aus Neutal wollen es noch einmal wissen und werben forsch um Stimmen. Besonders der 27-jährige Fazekas weist demonstrativ auf seine "enge Verbundenheit" mit Kurz hin – beide kommen aus der Jungen Volkspartei.

Sein "sehr gutes Verhältnis" zum Bundeschef will sich auch Berlakovich nicht nehmen lassen, aber er pocht vor allem auf seine Leistungsbilanz. So gebe es auch auf seine Initiative hin einen mit jährlich 5,8 Millionen Euro dotierten Topf für strukturschwache Gemeinden. Wer macht das Rennen im Süden? Berlakovich habe sich als Minister auch in roten Gemeinden Anerkennung erworben, sagt ein langgedienter Bürgermeister: "Ich glaube, Niki ist hier gut angeschrieben".

(kurier) Erstellt am
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