Warum sich Jäger und Feinspitze auf den Mai freuen

Die Jagdsaison beginnt traditionell mit der Zeit des Maibocks. Die Nachfrage nach Wildbret steigt: Am Bio-Landgut wurden im Vorjahr 108,5 Tonnen verarbeitet.
Ein Reh steht auf einer grünen Wiese vor einem dichten Wald.

Die Jagd folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten. Mit dem Frühling beginnt ein neuer Abschnitt im Jagdjahr – und mit ihm die Zeit des Maibocks. Er gilt als typischer Vertreter dieser Phase und markiert traditionell den Auftakt der Saison.

Das Jagdjahr startet in Österreich, je nach Wildart und Bundesland, zwischen dem 1. April und dem 1. Mai. Im Mittelpunkt stehen zunächst Beobachtung und Entwicklung des Wildes. Revierverantwortliche schaffen Rückzugsräume, kümmern sich um Lebensräume und verfolgen die Entwicklung der Jungtiere. Gleichzeitig dürfen in vielen Regionen erste Wildarten bejagt werden, darunter der Rehbock.

Auftakt mit Tradition

Der Maibock nimmt dabei eine besondere Stellung ein, informierte am Mittwoch David Simon, Leitung Jagd, Fischerei, Naturschutz & Forschung bei Pannatura, einem Unternehmen der Esterhazy Betriebe. Historisch wurde seine Jagd als markantes Ereignis im Jagdjahr beschrieben. Bis heute gilt sie als Beginn der Frühjahrsvermarktung von Wildbret. Die Jagd erfolgt meist als Ansitzjagd oder als Pirsch, häufig in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden.

Vier Personen stehen in einem Gewölbekeller, zwei halten ein Schild mit der Aufschrift „MAIBOCK“, eine Person hält eine Holzkiste.

Simon, Zinter und Rützler (v. li.) mit Markus Kratzer (Pannatura). 

Dabei gilt bei Pannatura: „Unsere jagdliche Bewirtschaftung verfolgt ein klares Ziel: ökologische Balance. Nur wenn Lebensräume stabil sind, kann Wild gesund heranwachsen“, sagt Simon. Mit dem Start der Jagdsaison rückt das Wildbret stärker in den kulinarischen Mittelpunkt. „Herkunft von Lebensmitteln wird für Konsumenten immer wichtiger“, sagt Foodtrendforscherin Hanni Rützler.

Wildbret stehe exemplarisch für eine neue Wertschätzung natürlicher Kreisläufe. „Aus ernährungsphysiologischer Sicht zählt Wildbret dank des hohen Eiweißgehalts und des wenigen, aber dafür sehr wertvollen Fetts zu den hochwertigsten Fleischarten, die wir auf den Teller bekommen können.“ Im Restaurant „Zum Gogosch“ am Bio-Landgut in Donnerskirchen kann man sich direkt davon überzeugen.

Mehrere Gebäude mit roten und dunklen Dächern sind von Bäumen umgeben, dahinter weite Felder und ein weiter Horizont.

Rund 80.000 Menschen besuchten 2025 das Bio-Landgut. 

„Ehrlich, pur und voller Charakter“, so beschreibt Peter Zinger, Haubenkoch und selbst passionierter Jäger, diese „vielleicht ursprünglichste Form regionaler Kulinarik“. Für ihn seien Nachvollziehbarkeit der Herkunft und die Verarbeitung entscheidend für die Qualität am Teller. Rehwild, speziell der Maibock, zeichne sich durch besonders zartes, helles und feinfaseriges Fleisch aus.

Wachstum und Impulse

Pannatura zog im Rahmen der Frühjahrspressekonferenz eine erfolgreiche Bilanz: 2025 wurde mit 147 Mitarbeitern ein Umsatz von 45,1 Millionen Euro erzielt, ein Plus von sieben Prozent. Eine Kennzahl: In der Fleischmanufaktur wurden 108,5 Tonnen Wildbret verarbeitet. Parallel dazu entwickelte sich das Bio-Landgut im ersten Jahr des Vollbetriebs zur stark nachgefragten Erlebnisdestination. Rund 80.000 Gäste kamen im Vorjahr. Heuer sind weitere Events, Kooperationen und kulinarische Neuerungen geplant.

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