Gutes Essen bringt Gäste: Genuss vom Neusiedler See bis in den Süden
Taubenkobel von Barbara Eselböck und Alain Weissgerber erneut an der Spitze: Spitzengastronomie wird immer wichtiger für den Tourismus.
Wer an das kulinarische Burgenland denkt, denkt oft zuerst an Wein. Doch längst ist es nicht mehr nur der Rebensaft, der Genießer ins Land lockt. Immer öfter ist es auch das Essen, das Gäste anzieht. Kaum eine andere Region Österreichs verbindet Spitzengastronomie, Wirtshauskultur und kurze Wege – zumindest für Wiener – so eng miteinander wie das Land zwischen Neusiedler See und Südburgenland.
Gerade heuer zeigt sich diese Verbindung besonders deutlich: Während Winzer von einem außergewöhnlichen Jahrgang sprechen, bestätigt auch der jüngst veröffentlichte Falstaff-Restaurant- und Gasthausguide 2026, dass sich das Burgenland kulinarisch auf höchstem Niveau bewegt. Für den burgenländischen Tourismus ist diese Kombination ein Glücksfall – Wein und Küche sind längst zu einem gemeinsamen Zugpferd geworden, das Gäste ins Land bringt.
Platz eins und zwei
Vor allem im Nordburgenland, nur eine gute Stunde von Wien entfernt, hat sich eine bemerkenswerte Dichte an Spitzenrestaurants entwickelt. Für viele Wienerinnen und Wiener ist die Region rund um den Neusiedler See längst zur kulinarischen Ausflugszone geworden: kurzer Weg, große Küche.
An der Spitze dieser Entwicklung steht seit Jahren ein Haus, das für viele als Synonym für burgenländische Spitzengastronomie gilt: der Taubenkobel in Schützen am Gebirge. Im aktuellen Falstaff-Ranking erreicht das Restaurant 98 von 100 Punkten und führt damit erneut die Landeswertung an – ein Erfolg, der längst zur Serie geworden ist.
Der Taubenkobel zählt zu den prägenden kulinarischen Adressen Österreichs. Küchenchef Alain Weissgerber verbindet hier regionale Produkte mit internationalen Einflüssen. Zum Gartengemüse kommen etwa Wildfangfische, die über offener Flamme zubereitet werden – eine Handschrift, die dem Haus weit über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit verschafft hat.
Nur wenige Kilometer entfernt folgt mit dem Gut Purbach ein weiterer Fixpunkt der Szene. Max Stiegl hat das historische Gebäude in Purbach zu einer der spannendsten kulinarischen Adressen des Landes entwickelt. Seine Küche steht für das Konzept „Pannonia trifft nose to tail“ – regionale Produkte, oft mit ungewöhnlichen Zutaten und überraschenden Kombinationen interpretiert.
Max Stiegl hat das historische Gebäude in Purbach zu einer der spannendsten kulinarischen Adressen des Landes entwickelt.
Akzente im Süden
Während im Norden rund um den Neusiedler See eine bemerkenswerte Dichte an Spitzenrestaurants entstanden ist, setzt im Südburgenland ein anderer Betrieb einen eigenständigen Akzent. Im Restaurant Csencsits in Harmisch verbindet Jürgen Csencsits regionale Tradition mit internationalen Gewürzen und Einflüssen. Die Küche aus dem Holzofen und Zutaten wie Ras el Hanout oder Pak Choi zeigen eine kreative Handschrift, die dem Haus im Falstaff-Guide 93 Punkte einbringt.
Im Restaurant Csencsits in Harmisch verbindet Jürgen Csencsits regionale Tradition mit internationalen Gewürzen und Einflüssen.
Die kulinarische Landkarte des Burgenlands reicht damit von den Gourmetadressen rund um den Neusiedler See bis in die ruhigeren Regionen des Südburgenlands – eine Mischung aus Spitzengastronomie und Wirtshauskultur, die zunehmend auch touristisch wirkt.
Noch stärker ins internationale Rampenlicht könnte die burgenländische Küche in den kommenden Wochen rücken. Der Guide Michelin 2026 wird seine vollständige Österreich-Auswahl erst in einigen Tagen präsentieren. Zwei Betriebe aus dem Burgenland stehen jedoch bereits fest: Das Gasthaus Fuchs in Weppersdorf und der Kirchenwirt in Rust wurden vorab mit einem „Bib Gourmand“ für ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet. Damit bekommt die burgenländische Genusslandschaft weitere Aufmerksamkeit – und wohl auch zusätzliche Gäste.
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