Chronik | Burgenland
29.11.2018

Lkw-Fahrer aus Bulgarien wollte Polizisten bestechen

Der Fall wurde am Landesgericht Eisenstadt verhandelt und endete mit einem Schuldspruch für den 53-Jährigen.

Verurteilt. Ein 53-jähriger Lkw-Lenker musste sich am Mittwoch in Eisenstadt vor Gericht verantworten, weil er bei einer Kontrolle einen Beamten bestechen wollte. Einem Polizisten war aufgefallen, dass der Mann eine zweite Fahrerkarte benutzt und somit die Lenk- und Ruhezeiten verfälscht hatte.

Am 5. Mai geriet der Lenker aus Bulgarien bei seiner nach eigenen Angaben ersten Europafahrt auf der Ostautobahn A4 in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) in eine Kontrolle. Er sei erst kurz als Lkw-Fahrer tätig gewesen, erzählte er. Als er mitbekam, dass es aufgrund der zweiten Fahrerkarte Probleme geben könnte, habe der Angeklagte etwas gemacht, „was wahrscheinlich in anderen Ländern nicht unüblich ist“, meinte Staatsanwalt Roland Koch.

„Einsatz erhöht“

Der 53-Jährige bot dem Polizisten zunächst 20 Euro an, damit er laut Koch „ein Auge zudrückt“. „Ich hab ihm den 20er zurückgegeben. Dann hat er seinen Einsatz erhöht“, erinnerte sich der Beamte. Auch die 70 Euro habe er ihm „retour geschoben“. Der Angeklagte, der sich schuldig bekannte, erklärte, er habe Angst um seinen Job gehabt.

„Sie tun so, als wenn es das Normalste auf der Welt wäre. Wie ist es denn so in Bulgarien?“, wollte Schöffensenatsvorsitzende Birgit Falb wissen. „In Serbien, in Rumänien ist es gang und gäbe an den Grenzübertrittsstellen, dass man vonseiten der Beamten nach Geld oder Zigaretten sucht. In anderen Ländern fordern die das sogar ein oder erwarten sich, dass im Pass schon der Geldschein liegt“, so der 53-Jährige.

Er wurde wegen versuchter Anstiftung zum Amtsmissbrauch, versuchter Bestechung und Fälschung eines Beweismittels zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe, davon zwei Monate unbedingt verurteilt – rechtskräftig.