Chronik | Burgenland
19.01.2018

Lidl verlegt ab 2021 Logistiklager nach NÖ

Müllendorf. Das seit 2004 bestehende Logistiklager wird geschlossen, 200 Mitarbeiter können nach NÖ mitgehen, auch einen Sozialplan wird es geben

Bittere Pille für den Wirtschaftsstandort Nordburgenland: Das seit 2004 bestehende Logistikzentrum des Lebensmitteldiskonters Lidl in Müllendorf mit derzeit 200 Mitarbeitern wird nur noch bis Ende 2020 in Betrieb bleiben. Voraussichtlich ab Anfang 2021 soll die Logistik für die Wiener Lidl-Filialen über ein neues Lager im 80 Kilometer entfernten Großebersdorf (Niederösterreich) abgewickelt werden. Dort sollen rund 150 Millionen Euro investiert und bis zu 250 Arbeitsplätze geschaffen werden.

„Gerade im Großraum Wien werden wir in Zukunft noch viele weitere Filialen eröffnen. Das Regionallager Müllendorf, das aktuell die Filialen im Großraum Wien beliefert, kann die für die Expansion notwendigen Kapazitäten am derzeitigen Standort langfristig nicht mehr bereitstellen“, heißt es von Lidl Österreich. Die Gründe für die Übersiedlung seien weder bei umweltrechtlichen Auflagen noch bei der Politik zu suchen.

Für SPÖ-Bürgermeister Werner Huf ist die Absiedelung ein "ganz schwerer Schlag", wie er dem KURIER sagt. Denn die Kommune verliert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Kommunalsteuer über einige Hunderttausend Euro. Glück im Unglück: Dass mit Schlumberger eine neue Betriebsansiedelung vor der Tür stehe. Huf: "Das fängt das irgendwo wieder auf".

Betriebswirtschaftliche Gründe

Von Seiten der burgenländischen Politik, der Gemeinde Müllendorf und der Behörden sei man immer unterstützt worden, aber die Verlegung des Lager sei „aus betriebswirtschaftlichen Gründen und auch aus Gründen der Nachhaltigkeit am sinnvollsten“, argumentiert Lidl. Man habe Mitarbeiter, Politik, Gemeinde und Gewerkschaft schon im September 2017 über die Abwanderungspläne informiert.

Die Nachnutzung des Standortes in Müllendorf werde genau geprüft, die Entscheidung stehe aber noch aus. Von Seiten des Landes heißt es, man bleibe mit der Unternehmensführung „im positiven Kontakt“ und bemühe sich um eine Lösung für den Logistikstandort Müllendorf.

Wie viele der Mitarbeiter nach NÖ mitgehen, ist offen, das Angebot würden aber alle erhalten. Lidl kündigte auch einen Sozialplan an, der in den nächsten Wochen und Monaten mit dem Betriebsrat von Lidl Österreich und den Gewerkschaften ausgearbeitet werde. Woher die Mitarbeiter bei Lidl in Müllendorf genau kommen, war zunächst nicht zu erfahren, ein Teil kommt aber aus den Bezirken Eisenstadt Umgebung und Mattersburg, aber auch ausländische Beschäftigte sollen auf der Gehaltsliste stehen.