Chronik | Burgenland
04.10.2018

Leiche aus dem Neusiedler See führte Ermittler nach Hamburg

Kriminalisten prüften, ob es einen Zusammenhang mit dem Fall einer zerstückelten Leiche in der Hansestadt gibt.

Der Fall, der im Neusiedler See entdeckten zerstückelten Leichenteile einer 30-jährigen Ungarin, hatte im April für internationales Aufsehen gesorgt. Schon wenige Tage nach dem Fund der Leichenteile bei Rust wurde der mutmaßliche Täter, der 63-jährige Wiener Alfred U., gefasst. Nun haben Ermittlungen in dem Fall Beamte des Landeskriminalamtes Burgenland nach Hamburg geführt: Sie sollten klären, ob es Parallelen zu einem anderen Mordfall in der Hansestadt gebe.

Im August des Vorjahres waren am Elbufer von Hamburg Leichenteile der 48-jährigen Maria E. aus Äquatorialguinea, aufgetaucht. Der Täter ist auch rund ein Jahr später noch nicht gefasst. Der Fall ließ bei den burgenländischen Ermittlern die Alarmglocken schrillen. „Wir haben uns vor Ort ein Bild gemacht“, sagt ein Beamter. Einen Zusammenhang mit den Taten des Verdächtigen Alfred U. schließen die Kriminalisten aber jetzt aus.

Mordfall „Rosi“

Auch im Mordfall „Rosi“ – die Leiche der Prostituierten war vor 25 Jahren in St. Margarethen entdeckt worden – gebe es keine Hinweise, dass U. der Täter sein könnte. Laut seiner Anwältin Astrid Wagner habe ihr Mandant auch stets bestritten, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.

Währenddessen sind neben dem psychiatrischen auch das gerichtsmedizinische Gutachten eingetroffen. Laut Ersterem wird U. eine massive Persönlichkeitsstörung attestiert, er habe aus sexueller Lust und Rachegedanken gehandelt. Im Falle einer Freilassung seien weitere schwere Taten zu befürchten. Das gerichtsmedizinische Gutachten bestätige im wesentlichen, dass die Leiche der Frau zerteilt worden sei, wie bereits angenommen, sagt Wagner zum KURIER. Die Ermittlungen in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen.Claudia Koglbauer