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Chronik Burgenland
11/08/2019

Landwirtschaft: Klimawandel im Feldversuch

Neue Sorten sollen trotz extremer Bedingungen optimale Erträge liefern

von Roland Pittner

„Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen. Ernteausfälle und die Unsicherheit in der Produktion machen uns das Leben schwer“, sagt Jürgen Mattes, Landwirt aus Königsdorf, Bezirk Jennersdorf. Er hat auf seinem Feld im Frühjahr mehrere Maissorten gesät, jetzt wurde geerntet. Die Erträge der unterschiedlichen Sorten werden verglichen. „Um eine gewisse Ertragssicherheit zu erhalten, ist es wichtig, mit Sorten zu arbeiten, die mit Trockenheit umgehen können. Ich bin schon einige Jahre bei den Versuchsreihen dabei und finde sie sehr wichtig“, sagt Mattes.

Feldversuch

Als unabhängiges Institut bietet die Landwirtschaftskammer den Bauern und Saatgutfirmen ein objektives und von Experten geprüftes Versuchsergebnis. Versuchsreihen werden bereits seit 1999 von der Landwirtschaftskammer durchgeführt. Im Burgenland gibt es insgesamt 17 konventionell und biologisch wirtschaftende Landwirte, die in 25 unterschiedlichen Versuchsstandorten Tests mit klimafitten Sorten durchführen. Kulturen wie Winterweizen und -raps, Körnermais, Sojabohne, Sonnenblume und Hirse werden in den unterschiedlichen Versuchsgebieten auf ihre Ertragssicherheit geprüft. „Die Ergebnisse zeigen, welche Sorten auch unter extremen Bedingungen optimale Erträge gewährleisten“, berichtet LK-Präsident Niki Berlakovich, der beim Sortenversuch in Königsdorf dabei war.

Klimawandel

Durch die Klimaveränderungen werden sich künftig auch die Anbaugebiete und die Kulturen verändern. Im Südburgenland seien die Kulturen zum Großteil noch gut versorgt, weil die Niederschläge passen. „Es zeigt sich aber in den vergangenen Jahren, dass vor allem sandige und schottrige Böden, die wenig Wasser speichern können, aus der Produktion fallen“, erklärt Pflanzenbauexpertin Claudia Winkovitsch im KURIER-Gespräch. Wintergetreide oder Winterraps würden noch möglich sein, aber Mais, Soja oder Zuckerrübe könnten ohne Bewässerung nicht mehr geführt werden. „Das betrifft ganz Nordostösterreich, vom Seewinkel bis nach Deutschkreutz“, sagt Winkovitsch. Die knappen Niederschläge und extreme Hitze setzen den Pflanzen hier zu. Der Olivenanbau habe bereits begonnen, doch zu mediterranen Pflanzen rät die Expertin dennoch nicht. „Wir haben immer noch starke Schwankungen und vor allem strenge Winter, die diese Kulturen nicht überleben“, erklärt Winkovitsch.


Bei der Züchtung neuer Sorten achte man vor allem auf bessere Effizienz. Seit einigen Jahren würde der Fokus vermehrt auf das Wurzelsystem gelegt, das den Wasserhaushalt der Pflanzen besser absichert. „Der Landwirt ist dem Klima extrem ausgesetzt, die Sicherheit der Jahreszeiten fehlt und eine extreme Marktunsicherheit kommt noch dazu“, sagt Winkovitsch.