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Chronik Burgenland
11/29/2019

„Land muss reagieren“: Im Biomassekraftwerk wackeln Jobs

Neues Fördergesetz für Strom aus Biomasse fehlt im Burgenland. Betreiber zittern um Jobs.

von Roland Pittner

Österreichs zweitgrößtes Biomasse-Heizkraftwerk in Heiligenkreuz wird zusperren müssen“, sagt Energie 42 Geschäftsführer Peter Beisteiner. In der vergangenen Woche hat der Wiener Landtag das Wiener Biomasseförderungs-Ausführungsgesetz beschlossen. Im Burgenland wartet man noch immer auf eine Lösung.

Obwohl der Betrieb des Kraftwerks in Heiligenkreuz ohne die Förderung defizitär ist, wurde es nicht „heruntergefahren“ – zumindest noch nicht.

Fortführung

„Im Vertrauen auf eine Lösung im Burgenland betreiben wir das Kraftwerk weiter und wollen so die 18 Arbeitsplätze erhalten“, sagt der Geschäftsführer. Auch in Niederösterreich und der Steiermark wurden Anschlussgesetze beschlossen. „Von der möglichen Schließung betroffen sind nicht nur 18 Arbeitsplätze direkt im Werk Heiligenkreuz, sondern mehr als 40 weitere in regionalen Unternehmen“, sagt Beisteiner. Die Betreiber des Biomasse-Heizkraftwerks Heiligenkreuz appellieren daher an den Landeshauptmann, die zuständige Landesrätin Astrid Eisenkopf und den Landtag, der politischen Verantwortung endlich gerecht zu werden.

„Nachdem es die ÖVP auf Bundesebene nicht geschafft hat, eine nachhaltiges und umfassendes erneuerbares Energieausbaugesetz zu liefern, sollen die Länder die Ausführungsgesetze zur ,Biomasseförderung’ beschließen“, sagt SPÖ Landesgeschäftsführer Roland Fürst.

Fragen

Es gebe noch zahlreiche offene Fragen. „Der Landtag lässt einerseits die massiven juristischen Bedenken prüfen, ob das Gesetz mit dem Recht der EU im Einklang ist. Andererseits muss geprüft werden, wie viele Mehrkosten auf den Endverbraucher zukommen“, sagt Fürst. Diese Bedenken könnten nicht vom Tisch gewischt werden und „es bestehen Zweifel, inwieweit die Biomasse überhaupt als erneuerbare Energie bezeichnet werden kann.“

Biomasse leiste laut Beisteiner nachweisbar einen Beitrag zum Erreichen der Klima- und Energieziele: „Gerade vor Weihnachten wäre es eine Katastrophe, wenn wir die Beschäftigten zur Kündigung beim AMS anmelden müssten.“