Kreatives Lernen auf dem Bauernhof

Ungarisch-burgenländische Elterninitiative will Waldorfschule gründen. Interessierte können sich am Samstag informieren.

Eine Schule, untergebracht in einem landwirtschaftlichen Hof, an der burgenländisch-ungarischen Grenze. "Ein großer Garten, den die Kinder selbst pflegen und verschiedene Tiere sollen einen Bezug zu Natur und Nahrung herstellen", wünscht sich Angela Michlits. Ihre Vision von der Pannonischen Landschule, in der nach den Grundlagen der Waldorfpädagogik unterrichtet wird, könnte schon bald konkrete Formen annehmen.

Auftaktevent 

Eine grenzüberschreitende Elterninitiative rund um Angela und Werner Michlits vom biodynamischen Weingut "Meinklang" aus Pamhagen setzt sich für die Gründung der zweisprachigen, ungarisch-österreichischen Waldorfschule samt Kindergarten ein. Am Samstag, 26. November, findet von 14 bis 18 Uhr ein Initiativ-Treffen zur Schulgründung im Weingut Michlits statt (Anmeldung: 0664 / 5033272). Interessierte können sich bei Vorträgen von namhaften Waldorfpädagogen informieren.

Finden sich genügend Schüler und Kindergartenkinder, sollen die Bildungseinrichtungen bereits im nächsten Schuljahr ihre Pforten öffnen. Und zwar auf ungarischer Seite, da Privatschulen laut Michlits in Ungarn vom Staat gefördert werden. Als Trägerschaft soll ein privater Verein gegründet werden, der sich durch Schulgeld und Spenden finanziert.
In Deutsch, Englisch und Ungarisch sollen die Kinder den Lehrstoff von Waldorfpädagogen vermittelt bekommen. "Sprachen sind für Kinder so leicht zu lernen", weiß Michlits aus eigener Erfahrung. Ihre Kinder besuchen einen ungarischen Kindergarten in der Nähe von Pamhagen. In der Volksschule, die die älteste Tochter besucht, bleiben für Michlits "Kreativität und soziale Kompetenzen auf der Strecke". Ihr geht es aber auch um die Qualität der Bildung und um Mehrsprachigkeit.

Waldorfpädagogik will die kreativen Kräfte der Schüler entfalten, erklärt Michlits. Selbst gestaltete Epochenhefte ersetzen in den ersten Jahren die klassischen Schulbücher. Der so genannte Epochenunterricht ermöglicht es Lehrern und Schülern, sich über mehrere Wochen hinweg stundenweise auf ein Fachgebiet zu konzentrieren. Ein Notensystem gibt es in Waldorfschulen nicht. Jedes Kind bekommt in einer detaillierten, persönlichen Beurteilung Feedback.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011