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Chronik Burgenland
09/06/2019

Krankenhaus Oberwart: Grünes Licht für den Neubau

Baubewilligung fürs neue Krankenhaus liegt vor, 2020 starten die Bauarbeiten, 2024 sollen die ersten Patienten behandelt werden

von Michael Pekovics

Die Krages (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft) hat die Baubewilligung für den geplanten Neubau des Krankenhauses in Oberwart erhalten. „Damit liegt nun bereits ein Großteil der notwendigen Bescheide vor, die Behörden haben grünes Licht für den Neubau gegeben“, sagt KRAGES-Geschäftsführer Harald Keckeis. Lediglich die luftfahrtrechtliche Bewilligung für den Heliport und die Apothekenbetriebsbewilligung seien noch ausständig. Erteilt wurden hingegen die Errichtungsbewilligung, die Bau- und die Wasserrechtliche Bewilligung sowie ein positiver Bescheid nach dem Strahlenschutzgesetz.

Ausschreibungen laufen wie geplant

Nach dem Erhalt der positiven Bescheide laufen nun die Bauausschreibungen wie geplant  weiter. Bereits im kommenden Jahr soll mit den Arbeiten am neuen Krankenhaus begonnen werden, der Spatenstich dürfte nach letzten Informationen zufolge noch im heurigen Jahr über die Bühne gehen. Die Bauphase soll dann planmäßig bis 2023 dauern, danach will man mit dem Probebetrieb und dem Umzug  beginnen. Die ersten Patienten sollen dann schon ab 2024 im neuen Krankenhaus behandelt werden können.

„Wir sind in der Zeit und wir sind im Plan“, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Der Neubau des Spitals sei die „größte Landesinvestition in der Geschichte des Burgenlandes“ und „immens wichtig für die nachhaltige Stärkung der Gesundheitsversorgung“. Bei der unlängst stattgefundenen Veranstaltung „Doskozil fragt nach“ kündigte der Landeshauptmann an, dass die Gesamtkosten für den Neubau „über 200 Millionen, aber unter 300 Millionen Euro“ liegen werden – mit dem Zusatz in Richtung ÖVP: „Diesen Schuldenhaufen nehmen wir in Kauf. Der genaue Kostenplan für das neue Spital soll allerdings erst Ende des Jahres am Tisch liegen.

Finanziert wird der Neubau aus dem Landesbudget und nicht von der ausgelagerten Krages. Zusätzlich gibt es allerdings Überlegungen, das derzeit ausgelagerte Transportwesen (Dialyse, Krankenhaustransporte) künftig mit der Krages zu organisieren. Selbiges wird auch für Labordienste angedacht.

Nachnutzung ist weiter offen

Bis 2024 soll dann auch über die Nachnutzung des Altbestandes entschieden werden. Die beteiligten Experten sollen laut Krages in den kommenden fünf Jahren Möglichkeiten ausarbeiten. Ein Nachnutzungskonzept hatten zuletzt die burgenländischen Neos intensiv gefordert.

Parallel zu den Planungen wird derzeit laut Landeshauptmann Doskozil auch an einer Verkehrslösung gearbeitet. Die neue Mitarbeitergarage gegenüber vom derzeitigen Krankenhaus ist bereits seit einem Monat im Probebetrieb, der reguläre Betrieb soll im Herbst starten. Bis zum 29. November ist auch die Fertigstellung des neuen Kreisverkehrs geplant, über den das Krankenhaus künftig an die B63a angebunden werden soll.

Bundesdenkmalamt prüft nach Neos-Forderung

In fünf Jahren sollen die ersten Patienten im neuen Oberwarter Spital behandelt werden. Spätestens dann wird sich die Frage stellen, was mit dem bestehenden Gebäudekomplex passieren soll. Die Neos hatten Anfang August eine Anfrage an das Bundesdenkmalamt (BDA) gestellt und um „Prüfung der Denkmaleigenschaften des  1971 geplanten und bis 1993 realisierten Krankenhauses“ ersucht, weil „dieser Bau eine Ikone der Architektur des Brutalismus“ sei. 

Jetzt liegt die Antwort des BDA vor und die freut  Neos-Sprecher Eduard Posch. Auf KURIER-Anfrage wurde bestätigt, dass „eine Evaluierung der Nachkriegsarchitektur im Burgenland in Auftrag gegeben wurde, in der auch das Krankenhaus Oberwart als bedeutsam eingestuft wurde“, sagt Sylvia Preinsperger, Leiterin der Rechtsabteilung. Jetzt werde festgestellt, ob ein öffentliches Interesse an der Erhaltung begründbar sei. Im Zuge dessen werde auch der Erhaltungszustand berücksichtigt.

Posch fordert von der Landespolitik die Erstellung eines Konzepts für die Nachnutzung und könnte sich vorstellen, ein Pflegeheim anzusiedeln: „Das wäre nachhaltiger und sorgsamer Umgang mit Steuergeld.“ Aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil heißt es dazu nur „Kein Kommentar“. Derzeit liege der gesamte Fokus auf der Planung des Neubaus.