Chronik | Burgenland
23.11.2018

Kovacs verlässt Stadt und Landtag, Lisa Vogl und Inge Posch kommen

Günter Kovacs wollte 2017 Bürgermeister in Eisenstadt werden, stattdessen verlor die SPÖ, jetzt verlässt er die Stadtpolitik

Gerüchte gab‘s schon seit Monaten, seit Mittwochabend ist es gewiss: Eisenstadts SPÖ-Vize Günter Kovacs hat in der Fraktionssitzung mitgeteilt, dass er bis Ende Februar 2019 nach fast zehn Jahren als Vizebürgermeister und als Stadtparteichef zurücktritt. Er selbst habe das SPÖ-Landeschef Hans Peter Doskozil (er übernimmt ebenfalls Ende Februar den Landeshauptmann-Posten von Hans Niessl) vorgeschlagen, sagte Kovacs zum KURIER. „Ich finde, dass es Zeit ist, und so bleibt genügend Spielraum, die personellen Weichen für die nächste Kommunalwahl 2022 zu stellen“. Das Eisenstädter Team müsse über seine Nachfolge entscheiden, er mische sich da nicht ein. „Ich habe selbst zwei Mandate verloren, da kann ich ihnen jetzt nicht die Welt erklären“, meint der 50-Jährige mit selbstkritischem Blick auf die vergangene Gemeinderatswahl; die ÖVP (17 von 29 Mandaten) und Bürgermeister Thomas Steiner haben 2017 zugelegt.

Wie geht es jetzt weiter? Der KURIER hat sich bei SPÖ-Granden umgehört, folgendes Szenario hat keinen Widerspruch erfahren: Der Rückzug von Kovacs setzt ein Personalkarussell in Gang, das sich bis nach Wien dreht. Die besten Chancen für die Kovacs-Nachfolge in der Stadt hat Gemeinderätin Lisa Vogl, 28-jährige Enkelin von Alt-Landesrat Helmuth Vogl. Weil die Wirtschaftsakademikerin aber politisch noch ziemlich unerfahren ist, soll sie in ein erfahrenes Team eingebettet werden – Bernd Weiß könnte daher als Klubchef im Gemeinderat zurückkehren und Beatrix Wagner ablösen.

Kovacs wird zudem auch aus dem Landtag ausscheiden und in den Bundesrat wechseln. Im Gegenzug kehrt Bundesratspräsidentin Inge Posch-Gruska in den Landtag zurück. Doskozil, der bundesweit als Vertreter des rechten SPÖ-Flügels gilt, möchte die wortgewaltige Hirmer Bürgermeisterin, die für das linke Lager in der Sozialdemokratie steht und frauenpolitische Akzente setzt, stärker im Land einbinden.