Kölly oder Kacsits? Die Deutschkreutzer wählen

Kölly oder Kacsits? Die Deutschkreutzer wählen
Einmal geht‘s noch in Deutschkreutz: Am Sonntag sind knapp 3000 Bürger stimmberechtigt

Kann LBL-Bürgermeister Manfred Kölly seine Ära verlängern oder gelingt ÖVP-Herausforderer Andreas Kacsits die Sensation? Am späteren Sonntagnachmittag ist diese Frage beantwortet, um 16 Uhr ist bei der Bürgermeisterstichwahl in Deutschkreutz Schluss. Knapp vor dem Urnengang vom KURIER befragt, geben sich beide Kandidaten zuversichtlich. Er sei „optimistisch, die Stimmung ist gut“, sagt der seit 2002 amtierende Kölly, ehe er sich wieder dem Plausch mit Bürgern zuwendet. Kacsits glaubt an ein „spannendes und knappes Rennen“.

Am Sonntag findet einen (ersten) Abschluss, was vor einem Jahr begonnen hat: Denn knapp nach der landesweiten Kommunalwahl im Oktober 2017 hatte die ÖVP die Wahl angefochten, Monate später gab die Landeswahlbehörde der Beschwerde wegen „Rechtswidrigkeiten“ im Zusammenhang mit Wahlkarten und Stimmzetteln statt. Weil keiner der drei Bürgermeisterkandidaten bei der Wahlwiederholung vor vier Wochen über 50 Prozent kam, müssen die beiden Erstplatzierten Kölly und Kacsits am Sonntag in die Stichwahl.

Unabhängig vom Ergebnis morgen laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegen Kölly und eine Gemeindebedienstete wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs weiter. Mittlerweile liegen zwei grafologische Gutachten vor, ein Ende ist aber noch nicht absehbar, weil noch immer Zeugen zu vernehmen sind. Kölly hat stets zurückgewiesen manipuliert zu haben.

Rote Ratlosigkeit

Hört man sich in Deutschkreutz um, glauben viele an ein offenes Rennen. Kölly hat zwar vor vier Wochen die Absolute mit 49,1 Prozent der Stimmen nur knapp verpasst, aber dass Kacsits mehr als 12 Prozent auf 29,7 Prozent zulegen konnte, könnte ein erster Hinweis auf ein sich anbahnendes politisches Beben sein, hört man.

Kein Stein auf dem anderen bleiben könnte auch bei der ehemaligen Bürgermeisterpartei SPÖ, deren Kandidat Johann Steinhofer es nicht in die Stichwahl geschafft hat. Freitagabend beriet die Fraktion über die Zukunft der Roten in der Blaufränkischgemeinde. Ob er zurücktrete wollte Steinhofer davor nicht sagen, im Gemeinderat bleibe er sicher.

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