© Stadtgemeinde Oberwart

05/18/2020

Keine neue Schule im Land: Oberwart denkt an Campus

Drei Projekte im Schulbauprogramm eröffnen neue Möglichkeiten für die Stadtgemeinde und ihre Schulen

von Michael Pekovics

Oberwart ist eine der großen Schulstädte des Landes. Mit mehreren Pflichtschulen, mittleren und berufsbildenden beziehungsweise höheren Schulen ist die Stadt im Südburgenland Ausbildungsort für hunderte Schüler. Mit Spannung wurde deshalb das neue Schulentwicklungsprogramm erwartet, mit dem das Bildungsministerium festlegt, wo welche Bundesschulen neu gebaut, saniert oder erweitert werden. Grundsätzlich gilt dabei: Ausbau kommt vor Neubau. Das betrifft vor allem das Burgenland, wo keine neuen Gebäude, wohl aber die Sanierung und Erweiterung bestehender Bildungseinrichtungen vorgesehen sind.

Im Fall von Oberwart ist eine Sanierung der HBLA und die Erweiterung des zweisprachigen Gymnasiums geplant. Darüber hinaus sollen auch die Räumlichkeiten für den Turnunterricht der Bundesschulen, also die Oberwarter Sporthalle, saniert werden, gab Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) in einer Presseaussendung bekannt: „Erfreulich, dass drei Oberwarter Projekte berücksichtigt werden.“

Damit wird die Vision eines Bildungscampus für die drei höheren Schulen – HBLA, HAK und Gymnasium – im Herzen der Stadt konkret. „Eine Innenstadt mit derartigen Freiräumen und Potenzial gibt es nicht oft. Wir haben alle Möglichkeiten, den Bildungsstandort weiter zu entwickeln und langfristig abzusichern“, erklärt der Bürgermeister.

Vor allem auch deshalb, weil die Volksschule aus dem Zentrum in Richtung Neue Mittelschule verlegt und deren Turnsaal abgerissen wird. Für die Stadt ergeben sich dadurch zwei Vorteile: Einerseits sind damit künftig alle Gemeindeschulen von Volks- bis Berufsschule rund um die NMS, dem Stadtschulcampus, konzentriert, andererseits stehen in Verbindung mit dem an alle höheren Schulen angrenzenden Rotundengelände ausreichend Flächen für den anvisierten Bundesschulcampus zur Verfügung.

Gespräche folgen

Konkrete Planungen gibt es freilich noch nicht, wohl aber Willensbekundungen. Vorgespräche dazu hat es bereits vor mehr als einem Jahr gegeben, damals wie heute senden sowohl das Land – in Person von Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz – als auch der Bund positive Signale.

Bleibt die Frage nach der Umsetzung und damit nach den entstehenden Kosten. An denen wird sich natürlich auch die Gemeinde beteiligen müssen. Angesichts der aufgrund des Coronavirus ohnehin angespannten finanziellen Situation wohl keine leichte Aufgabe. „Vorerst ist wichtig, dass die Projekte im Schulbauprogramm enthalten sind. Zwar noch ohne Zeithorizont, aber wir werden laufend Gespräche mit den Verantwortlichen führen und das Projekt vorantreiben“, sagt Rosner.