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Chronik Burgenland
12/30/2021

Katz-und-Maus-Spiel um Teilnahme Doskozils an Klausur der Bundes-SPÖ

Am 4. Jänner trifft sich das SPÖ-Präsidium in Krems. Vor Weihnachten hieß es, Doskozil nehme teil, nach Weihnachten schaut die Sache schon wieder anders aus. Und Burgenlands SPÖ plant für Nationalratswahl 2022

von Thomas Orovits

Nur kurz währte der Weihnachtsfrieden zwischen Bundes-SPÖ und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Der schärfste Kritiker von Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner sollte am 4. Jänner an der Präsidiumsklausur der Bundes-SPÖ in Krems teilnehmen. Der burgenländische Landeshauptmann gehört dem engsten Führungszirkel der Partei seit einem halben Jahr zwar nicht mehr an, wurde aber telefonisch und danach offiziell per Mail eingeladen. Vor Weihnachten hatte es in der Wiener Löwelstraße geheißen, Doskozil habe die Einladung auch angenommen. „Es ist uns wichtig, dass alle Landesparteivorsitzenden dabei sind“, hatte Stefan  Wenzel-Hirsch, Kommunikationschef der Bundes-SPÖ, gesagt.

 

 

 

 

 

Einen Tag vor dem Jahreswechsel dann die Überraschung: Der KURIER fragte im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz von SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst und Klubobmann Robert Hergovich nach und bekam zu hören, dass es höchst fraglich sei, ob Doskozil dabei sein werde. Er komme erst am 4. Jänner aus Deutschland zurück, wo er mit seiner Lebensgefährtin Julia Jurtschak einige Tage bei deren Eltern verbracht habe. Im Büro Doskozils hieß es dann, es sei "noch nicht fix", das werde kurzfristig entschieden. Und was weiß man in der Bundesparteizentrale? Man gehe davon aus, dass Doskozil komme, es gebe "keine Absage", so Stefan Hirsch, der vor Jahren auch im Kabinett des damaligen Verteidigungsministers Doskozil war. Der Burgenländer sei ein wichtiger Teil der Sozialdemokratie und man würde sich freuen, wenn er dabei wäre.

Nationalratswahl 2022 eingeplant

Zurück ins Burgenland: Thema beim Pressegespräch mit Fürst und Hergovich war auch die Bundespräsidentenwahl im kommenden Jahr. Es gebe zwar viele Stimmen in der Sozialdemokratie, die sich einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin wünschen würden, so Fürst, aber da gebe es erst eine Festlegung, nachdem sich der amtierende Bundespräsident Alexander Van der Bellen entschieden habe, ob er noch einmal antrete. Ob die SPÖ selbst jemanden ins Rennen schicke sei eine Entscheidung der Bundes-SPÖ, "die wir dann auch mittragen werden", betonte der burgenländische SPÖ-Manager Fürst.

Ob die burgenländische SPÖ es auch mittrage, wenn bei einer allfälligen vorgezogenen Nationalratswahl Doskozil nicht als Spitzenkandidat nominiert werde? Davon gehe er aus, so Fürst. Apropos: Die burgenländische SPÖ hat jedenfalls "strategisch-organisatorisch" für 2022 auch eine Nationalratswahl eingeplant. Und am 14. Mai soll der coronabedingt mehrfach verschobene Landesparteitag stattfinden, bei der sich Doskozil nach seiner ersten Kür 2018 der Wiederwahl als Landesparteivorsitzender stellt.

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