Kassasturz in Güssing

Bürgermeister, Güssing, Vinzenz Knor…
Foto: Roland Pittner Knor hat sich im Rathaus schon eingerichtet. Der 57-jährige Lehrer hat die VP-Hochburg erobert.

Die Stadt hat 20 Millionen Euro Schulden. Nicht die einzige Baustelle für Neo-Stadtchef Knor (SP).

Mit etwas anderen Augen geht Vinzenz Knor nun durch die Straßen. „Ist etwas zu reparieren, fehlt etwas oder gibt es irgendwelche Mängel. Darauf achte ich jetzt viel mehr“, erklärt der neue Stadtchef. Er hat die ersten drei Monate als Bürgermeister absolviert und einen ersten Einblick in die Geschäfte bekommen. „Es hat eine Zeit gedauert, bis ich realisiert habe was am 7. Oktober passiert ist.“  Bei der Gemeinderatswahl im Oktober hat Knor mit der SPÖ überraschend  die absolute Mehrheit der ÖVP gebrochen und den Bürgermeistersessel, der seit 1945 in  VP-Hand war, erobert.

Ein erster großer Brocken für den SP-Stadtchef war das Budget  2013, „es steht und wurde einstimmig beschlossen“.  Rund 7,5 Millionen Euro sind im ordentlichen und  645.000 Euro im außerordentlichen Haushalt veranschlagt.

Die Gemeindefinanzen werden derzeit von Wirtschaftsprüfern unter die Lupe genommen. Inklusive Haftungen und Leasingraten habe die Gemeinde rund 20 Millionen Euro Schulden. Mitte Februar sollen die Ergebnisse präsentiert werden. „Wir wollen wissen, wo es Probleme gibt und was wir besser machen können“, sagt Knor.

Finanziell macht der Aktiv Park der Gemeinde zu schaffen. Das Hotel ist seit September 2012 geschlossen, die Sporthallen werden von der Gemeinde weitergenutzt. „Wir haben den Verwaltungsvertrag mit dem Betreiber gekündigt“, sagt Knor.  Der Wiener Immobilienkonzern WSF ist noch für die Verwaltung zuständig und stellt Forderungen von einer Million Euro an die Gemeinde. „Wir haben eine Wirtschaftsprüfung beantragt“, sagt Knor. Dadurch soll sich zeigen, ob alles korrekt bezahlt wurde. Ende Jänner, Anfang Februar sollen die Zahlen auf dem Tisch liegen.  Die laufenden Kosten für  die Gemeinde betragen etwa 500.000 Euro im Jahr. Mit der Eigenverwaltung der Sportstätten könnte noch mehr gespart werden.

Ökoenergie

In Sachen Ökoenergie ortet Knor derzeit einen Stillstand in der Vorzeigestadt.  Ob er  in die Ökoenergie-Botschafter- Fußstapfen seines Vorgängers Peter Vadasz treten wird, weiß er noch nicht. Es werde noch nachgedacht, wer im Europäischen Zentrum für erneuerbare Energie Funktionen übernehmen soll. „Es wird hier alles neu aufgestellt“, sagt Knor. Als neu gewählter Bürgermeister habe er auch so genug zu tun.

Als Hauptschullehrer steht Knor noch im Klassenzimmer. Nach den Semesterferien werde er „eine Verminderung der Lehrverpflichtung haben“, sagt Neo-Stadtchef Knor.

(KURIER) Erstellt am
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