Junger Meister wagt großen Schnitt

philipp schulter friseurmeister
Foto: KURIER/Imre Konzentriert arbeitet der Meister, Handwerk und Technik sind wichtig.

Philipp Schulter ist einer der jüngsten Friseurmeister in Österreich. Der 20-Jährige erfüllte sich Kindheitstraum.

Den Chefton habe ich noch nicht drauf, aber der wird schon kommen", sagt Philipp Schulter und schmunzelt. Während viele Gleichaltrige in diesen Tagen als wichtigste Frage jene nach der Badehosen-Wahl für die Maturareise beantworten müssen, trägt der 20-Jährige bereits reichlich Verantwortung. Als einer der jüngsten  Friseurmeister Österreichs in seinem eigenen Salon, dieser wurde vor Kurzem in Rudersdorf eröffnet.

"Ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt. Ich hatte nie einen anderen Berufswunsch", stellt Schulter, aus Dobersdorf stammend, klar. Gelernt habe er sein Handwerk von der Pike auf bei Hans Pichler in Fürstenfeld.  Drei Jahre dauert die Ausbildung, vom ersten Tag an habe er  "alles ausprobieren dürfen". Seine jetzige Angestellte, Bianca, war dort seine Gesellin.

"Ich kann kreativ sein, mag den Umgang mit den Kunden. Außerdem gefällt mir, dass die Leute meine Handschrift auf ihrem Kopf tragen", erklärt der Südburgenländer die Faszination.

Der Meisterkurs war stets das Ziel, in Eisenstadt wurde schließlich dafür gepaukt und auch erfolgreich absolviert. Schwer sei er gewesen. "Es steckt einiges dahinter, ein Unternehmen zu führen", betont Schulter. Das eigene Geschäft zu eröffnen, stand erst in zehn Jahren auf der Lebensplanung, nun sei es doch schneller gegangen.

Wohlfühlen

Zu schnell? "Zwischendurch sind mir schon Zweifel gekommen, aber meine Familie ist immer hinter mir gestanden. Auch Gemeinde und Wirtschaftskammer haben mich tatkräftig unterstützt", schildert der Jungunternehmer. Zudem hätten frühere Stammkunden ihre Wechselabsicht versprochen. "Wohlfühlen und  entspannen sollen sie bei mir. Handwerk und Technik haben oberste Priorität", sagt der Meister, der festhält: "Es gibt kein Verschneiden, sondern es handelt sich dann um einen Fehler in der Kommunikation."

Die nächsten Schritte sind präzise geplant: Lehrlinge wolle er ausbilden und eine zweite Angestellte im Salon beschäftigen.

"Wir haben 300 Friseure im Burgenland, sind sehr gut aufgestellt", erklärt Innungsmeister Diethard Mausser. Der Beruf sei gefragt, Lehrlinge würden sich genügend bewerben, zu 90 Prozent seien diese weiblich. "Wir setzen deshalb so hohe Maßstäbe bei der Meisterprüfung, weil wir dies den Kunden, aber auch den Lehrlingen schuldig sind", betont Mausser.

(kurier) Erstellt am
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