Das Jugendrotkreuz versteht sich als Erziehungs- und Interessensgemeinschaft für und von Kindern, Jugendlichen und Lehrern.

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Chronik | Burgenland
05/03/2019

Jugendrotkreuz: Junge Retter feiern ihren 70. Geburtstag

Geburtstag wurde mit einem Jahr Verspätung begangen. Das Rote Kreuz sucht mehr freiwillige Mitarbeiter.

Eigentlich wurde der 70. Geburtstag ein Jahr zu spät gefeiert. Denn wenn man es genau nimmt, wurde das burgenländische Jugendrotkreuz (ÖJRK) heuer bereits 71 Jahre alt. „Aber wir haben die Geburtstagsparty ein wenig nach hinten verschoben, weil unser Programm im Herbst ausgesprochen dicht war und wir den Anlass würdig feiern wollten“, sagt die burgenländische Rot-Kreuz-Präsidentin Friederike Pirringer. Schlussendlich war es ihr Vorgänger und damaliger Präsident Adalbert Riedl, der im Jahr 1948 Regierungsrat Josef Scharnagl von der Idee überzeugte, das Jugendrotkreuz im Burgenland zu gründen.

Gemeinschaft

Im Lauf der Jahre hat sich das Jugendrotkreuz immer mehr entwickelt, ist dabei allerdings nie von der Grundidee abgewichen: Der Förderung von sozialem Denken und Handeln bei Kindern und Jugendlichen. Das ÖJRK versteht sich als Erziehungs- und Interessensgemeinschaft für und von Kindern, Jugendlichen und Lehrern. Die vielfältigen Aktivitäten zielen auf die Entwicklung von Eigeninitiative, Hilfsbereitschaft und Verantwortung für sich und die Mitmenschen ab.

Das beginnt bei den laufend durchgeführten Spendenaktionen für Krisenregionen, geht über Auslandsaufenthalte für bedürftige Kinder aus Österreich bis hin zu Erste-Hilfe- und Schwimmkursen, die regelmäßig angeboten werden. Im Lauf eines Jahres erwerben so mehr als 2.000 burgenländische Kinder ein Schwimm- oder Rettungsschwimmabzeichen. Allein im Vorjahr erwarben durch die Kurse des Jugendrotkreuz 155 Jugendliche den Helfer- oder Retterschein fürs Wasser.

Natürlich werden auch Erste Hilfe-Kurse angeboten, den Grundkurs für Schüler absolvieren jährlich rund 1.500 Kinder und Jugendliche bei einem der weit über 70 angebotenen Termine. Im Schuljahr 2013/’14 wurde zusätzlich das Lesepaten-Programm ins Leben gerufen. Ziel ist, die Lesekompetenz von Volksschulkindern zu verbessern. Mittlerweile wird es in allen sieben Bezirken angeboten. Per Ende Dezember engagierten sich insgesamt 223 Lesepaten, um 814 Kinder von 74 Schulen beim Lesen lernen zu unterstützen.

Freiwillige, bitte melden

Beim Festakt im Schloss Esterhazy am Freitag gab es von der Politik nur lobende Worte. So meinte etwa Landesrat Christian Illedits (SPÖ) in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, dass „das Jugenrotkreuz dafür steht, was das Burgenland auszeichnet: Miteinander und Zusammenhalt“. Das lässt sich auch auf Österreich umlegen, engagieren sich doch bundesweit rund 3,5 Millionen Menschen ehrenamtlich – doppelt so viele wie im EU-Durchschnitt.

Das Rote Kreuz sucht freiwillige Mitarbeiter

Aber die Tendenz zeigt in eine andere Richtung: Während 57 Prozent der 60- bis 69-Jährigen freiwillig tätig sind, liegt dieser Anteil in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen laut einer IFES-Studie nur bei 43 Prozent. Deshalb wirbt das Rote Kreuz ab sofort mit dem Slogan „Wir haben die passende Jacke für dich!“ auf der Homepage www.passende-jacke.at verstärkt um junge Mitarbeiter. Präsidentin Pirringer appelliert: „Der Einsatz von Freiwilligen ist unverzichtbar, ohne ihren Einsatz würde vieles nicht wie gewohnt funktionieren.“