Chronik | Burgenland
04.10.2017

Jährlich sterben rund 77.000 Wildtiere im Straßenverkehr

Jagdverbände und Kuratorium für Verkehrssicherheit raten zur Vorsicht im Straßenverkehr wegen Wildwechsel

Die Tage werden kürzer, die Sicht schlechter und das Wild ist viel unterwegs. Jährlich kommen in Österreich rund 77.000 Wildtiere im Straßenverkehr zu Tode. Auch im Burgenland ereignen sich viele Zwischenfälle. Erst im Vorjahr kam es zu einem tödlichen Unfall im Burgenland. 293 Personen in ganz Österreich wurden bei Wildunfällen verletzt. "Ein Reh mit 20 Kilogramm hat bei Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast zwei Tonnen am Fahrzeug", weiß Andreas Duscher, Geschäftsführer des Burgenländischen Jagdverbandes.

Wildwechselstunden

Zu den meisten Unfällen kommt es zwischen fünf und sieben Uhr in der Früh sowie zwischen 20 und 23 Uhr in der Nacht. "Zu den Wildwechselstunden sollte in Zonen mit häufigen Wildvorkommen ganz besonders vorsichtig gefahren werden", erklärt Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Das Gefahrenzeichen "Achtung Wildwechsel" sollte ernst genommen werden, meint der KFV-Direktor. "Diese Schilder sind an Streckenabschnitten positioniert, an denen das Risiko einer Kollision deutlich erhöht ist", sagt Peter Lebersorger, Generalsekräter der Zentralstelle der Landesjagdverbände.

Die Experten vom KFV raten bei einem drohendem Zusammenstoß mit einem Wildtier stark zu bremsen und das Lenkrad festzuhalten. Ausweichmanöver seien nicht zu empfehlen, da diese weitaus riskanter seien. Nach dem Unfall sollte die Gefahrenstelle gut abgesichert und die Polizei verständigt werden. Das Wild darf nicht mitgenommen werden. Die Polizei verständigt die zuständigen Jäger, die sich um das Wild kümmern.

Die Unfälle mit Personenschaden sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Im Burgenland sind die Unfälle in den vergangenen Jahren mehr geworden. "2016 wurden 3700 Rehe niedergefahren, das sind um circa 100 mehr als 2015", sagt Duscher.